«In den kommenden Wochen» könne es weitere Luftangriffe geben, sagte Hollande am Sonntag vor Journalisten im UN-Hauptquartier in New York. Das Präsidialamt in Paris gab wenige Stunden zuvor erste Angriffe französischer Kampfflugzeuge auf Stellungen der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien bekannt.
Bei den Angriffen sei ein Ausbildungslager des IS im Osten des Landes zerstört worden, so François Hollande am Sonntag bei einer UN-Veranstaltung mit. Sechs französische Flugzeuge, darunter fünf Rafale-Jets, hätten das Lager bei Dair as-Saur komplett zerstört, sagte Hollande.
«Selbstverteidigung»
Premierminister Manuel Valls rechtfertigte die Angriffe in Syrien als «Selbstverteidigung»: Sie richteten sich gegen Terroristen, die Frankreich ins Visier genommen hätten.
Die syrische Bevölkerung müsse vor der Gewalt der Islamisten ebenso geschützt werden wie vor «den mörderischen Bombenangriffen von (Präsident) Baschar al-Assad», erklärte der Élyséepalast. «Es ist dringlicher denn je, einen politischen Übergang zu schaffen, der Elemente des Regimes und der gemäßigten Opposition (…) verbindet.» Ob Assad selbst dazu gehören könnte, wurde nicht ausdrücklich erwähnt; Paris hatte bisher den Sturz Assads angestrebt.
Hollande hatte Anfang September die Aufnahme von Aufklärungsflügen angekündigt, um Luftangriffe auf die Dschihadisten in Syrien vorzubereiten. Von Gesprächen über die Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien solle «niemand ausgeschlossen» werden, sagte Hollande. Präsident Baschar al-Assad könne aber in Zukunft keine Rolle mehr spielen.
Russisches Engagement in Syrien
Vor dem Beginn der UN-Generaldebatte in New York gab es auf diplomatischer Ebene intensive Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts. Der russische Präsident Wladimir Putin will in New York die Ausweitung des militärischen Engagements Russlands in Syrien erklären.
In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden bisher mehr als 240.000 Menschen getötet. Etwa vier Millionen Menschen wurden zur Flucht ins Ausland getrieben, weitere 7,6 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht.
Während der Westen auf eine Ablösung Assads dringt, ist Russland einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers. Der IS hatte Mitte vergangenen Jahres seinen Eroberungszug begonnen und beherrscht inzwischen weite Regionen Syriens und des Irak.
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