Das wichtige Schwellenland Brasilien hat ehrgeizige Treibhausgasminderungsziele für den geplanten Weltklimavertrag vorgelegt. Das fünftgrößte Land der Welt will seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 43 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern, gab Staatschefin Dilma Rousseff am Sonntag in New York beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel bekannt. Bis 2025 sollen die Emissionen um 37 Prozent reduziert werden. Die Ziele Brasiliens waren mit Spannung erwartet worden, auch Brasilien könnte als Schlüsselland gelten, um auch andere wichtige Staaten zu ambitionierten Zielen für den beim Klimagipfel im Dezember in Paris geplanten Vertrag zu bewegen.
Für die Reduzierung soll in Brasilien die Abholzung des Regenwaldes deutlich verringert werden. Rousseff will die illegale Abholzung bis 2030 auf null bringen. In diesem Jahr will das Land zudem seinen Energiebedarf bis zu 45 Prozent mit erneuerbaren Energien abdecken. «Unsere Ziele sind genauso ehrgeizig oder ehrgeiziger als die der entwickelten Länder», versicherte Rousseff.
Aus Kohle, Öl und Gas aussteigen
Brasilien verfolgt das Ziel, bis Ende des Jahrhunderts komplett aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Damit bekannte sich erstmals ein G20-Mitglied außerhalb der G7 zu diesem Ausstiegsziel.
Als Vermittler zwischen Entwicklungs- und Industrieländern fällt Brasilien eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen für den Weltklimavertrag zu, der im Dezember unterzeichnet werden soll. Beim UN-Gipfel in Paris sollen sich über 190 Staaten zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen verpflichten. Unklar ist allerdings noch, wie die jeweiligen Verpflichtungserklärungen am Ende auch wirksam überprüft werden können.
Zu Demaart
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