In den vergangenen Monaten und Wochen verdichteten sich die Wolfssichtungen in der Großregion unweit von der Grenze zu Luxemburg. Im Saarland wurden mehrere Schafe wahrscheinlich von einem Wolf gerissen. Auf das entgültige Ergebnis (DNA-Probe) wird noch gewartet.
Auch in Luxemburg bereitet man sich im Hintergrund auf den Wolf vor. Die Naturverwaltung arbeitet derzeit an einem Wolfsmanagementplan. . Dabei soll den Ausbreitungsfähigkeiten der Wölfe und deren Bedürfnis nach störungsarmen Rückzugsräumen ebenso Rechnung getragen werden wie der Vorbeugung von Konflikten zwischen Mensch und Wolf und der Aufklärung und Information der Bevölkerung.
Reißende Bestie
Im März fand dazu auch ein überregionales Treffen mit Experten aus Frankreich, Belgien und Deutschland statt. Dabei geht es um die richtige Abstimmung bei Fragen rund um das Thema Wolf.
Jetzt will man auch die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren. In der Mythologie überwiegt das Bild der reißenden Bestie. Den Spruch: «Wer hat Angst vorm bösen Wolf ?», kennt jeder und weckt bei vielen Menschen Urängste. Dieser Angst und zahlreichen Vorurteilen will die Naturverwaltung jetzt entgegentreten.
Fünf Konferenzen
Unter der Überschrift «Die Rückkehr des Wolfs: Glückslos oder Katastrophe ?», finden in Luxemburg im Oktober fünf Konferenzen zum Thema Wolf statt:
– 13. Oktober 2015 (Dienstag) um 19.30 Uhr im Ciné Orion, 24 rue de la Gare, L-9906 Troisvierges
– 15. Oktober 2015 (Donnerstag) um 19.30 Uhr im Centre culturel Al Schmelz, rue Collart, L-8414 Steinfort
– 19. Oktober 2015 (Montag) um 19.30 im naturmusée, 25 rue Münster, L-2160 Luxembourg
– 26. Oktober 2015 (Montag) um 19.30 in der Maison du savoir, Universität Luxemburg, 2 avenue de l’Université, L-4365 Esch-Belval
– 27. Oktober 2015 (Dienstag) um 19.30 im Centre culturel SYRKUS, 20 route de Luxembourg, L-6910 Roodt-sur-Syr.
Die Naturverwaltung will über die Ausbreitung des Wolfes in Europa informieren und auch über die mögliche Rückkehr in die Ardennen und somit auch Luxemburg sprechen, heißt es am Montag in einer Mitteilung. Dabei will man im Detail aufklären und potentielle Konflikte ansprechen.
Der letzte Wolf wurde am 24. April 1893 im Olinger Wald geschossen. Seitdem wurde das Tier bei uns nicht mehr in freier Wildbahn gesehen. Es wurde in Mitteleuropa sehr still um den Wolf. Seit dem Fall der Mauer und der Auflösung der Blockstaaten sowie einer nachhaltigen Forst- und Naturwirtschaft verbreitet sich das Rudeltier langsam aber sicher wieder in den Waldgebieten.
Lesen Sie auch:
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können