20 feste und sechs mobile Radaranlagen sollen ab 2016 in das Luxemburger Straßenbild integriert werden. Die bei vielen Verkehrsteilnehmern unbeliebten Geräte sollen dabei helfen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Im Le Quotidien-Montagsinterview erklärt sich Paul Hammelmann, Präsident der Sécurité routière.
Eigentlich müsse man 700 Radaranlagen in Luxemburg installieren, so Hammelmann, um die Straßen sicherer zu machen. Dies habe eine internationale Studie herausgefunden. Nun kommen rund 30 Anlagen. Aber dies sei nur der Anfang. Hammelmann ist davon überzeugt, dass die Radare die Geschwindigkeit eindämmen werden. Die Menschen haben mehr Angst vor Sanktionen als vor Unfällen.
Keine Geldmaschinen
Das oft zitierte Argument, Radaranlagen seien Geldmaschinen, verwirft Hammelmann ganz entschieden. Dies sei das populistische Argument des Front National in Frankreich. Zur Erklärung führt der Präsident der Straßensicherheit an, dass Unfallprävention sehr teuer sei. Verkehrsunfälle kosten Millionen Euro und belaufen sich auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Dabei kosten Schwerverletzte sowohl die Versicherungen als auch den Staat mehr Geld als Tote. Deshalb sei Prävention im Interesse aller.
Hammelmann nimmt auch das Vorgehen des Transportministers François Bausch in Schutz. Er habe korrekte Arbeit geleistet und auch vor unpopulären Schritten nicht gezögert.
Null Verkehrstote
2020 könne man das Ziel «null Verkehrstote» erreichen. Unter der Bedingung, dass Fahrzeuge von Computern und nicht von Menschen gesteuert werden. Denn Maschinen trinken nicht, fahren nicht zu schnell und haben keinen Gemütszustand. Doch um dies durchzusetzen, müsse man Probleme sowohl juristischer als auch psychologischer Natur lösen.
Autofahren sei nicht kompliziert. Sogar Affen könnte Autofahren. Der Beweis sei, dass man täglich Schwachköpfe auf unseren Straßen erlebe, so Hammelmann.
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