Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Wohnen, Leben, Rifkin und Geflüchtete

Wohnen, Leben, Rifkin und Geflüchtete
(Ifinzi)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Mit dem traditionellen Festakt und den damit verbundenen Reden von Politikern wurde am Samstagmorgen die Messe „Home&Living“ in der Luxexpo auf dem Kirchberg eröffnet.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Herbstmesse unter dem Namen „Home&Living“ abgehalten wird. „Diese Messe ist noch sehr jung aber sie stützt sich auf die lange Tradition der Herbstmesse,“ so Luxexpo-Präsident Raymond Schadeck. Zwar solle die Messe von Jahr zu Jahr noch mehr Qualität bieten, dabei dürfe der feierliche Charakter, dass Essen und der Spaß aber nicht zu kurz kommen. Aussteller und Besucher sollen auf ihre Kosten kommen.

Shadeck sprach aber auch über die derzeitigen Baustellen auf dem Kirchberg. Man solle sich darüber freuen, so Schadeck, auch wenn sie manchmal unangenehm seien. Immerhin seien sie ein Zeichen für den Dynamismus im Stadtviertel Kirchberg.

Flüchtlinge in der Luxexpo

Der Luxexpo-Präsident sprach ebenfalls über die Flüchtlingsunterkunft, die in den Räumlichkeiten der Expo entstanden ist. Diese Menschen die vor Krieg und Gewalt geflohen sind fänden hier ein wenig Ruhe. Auf den Veranstaltungskalender der Luxexpo, so Schadeck, habe das keine Auswirkungen.

Einen Blick auf die Zukunft des Landes warf Staatssekretärin Closener. Den Politikern werfe man oft vor sie würden nicht weiter denken als bis zu den nächsten Wahlen. Das sei aber weder ihre noch die Sicht von Wirtschaftsminister Etienne Schneider. Deshalb sei es unerlässlich sich Gedanken über die Zukunft und die technologische Entwicklung zu machen. Auf manche Entwicklungen könne und müsse man sich einstellen. Closener spricht über des Ende der fossilen Brennstoffe, Carsharing, selbstfahrende Autos, Photovoltaikanlagen und Intelligente Stromnetze.

Bestandsaufnahme

Die Herausforderung für Luxemburg laute diese Entwicklung nicht nur nicht zu verpassen sondern sie mitzubestimmen. Deshalb habe die Regierung ja auch den US-amerikanischen Forscher Jeremy Rifkin mit einer Studie beauftragt. Keiner sei allerdings so naiv zu glauben Rifkins Ideen seien eins zu eins auf Luxemburg anwendbar, so die Staatssekretärin. Ziel sei es eine Bestandsaufnahme zu machen und zu sehen was in Luxemburg umsetzbar ist und was nicht.

Positiv bewertet Closener in diesem Kontext die stark ausgebaute IT-Infrastruktur des Landes und die Anstrengungen der Politik in der Cybersicherheit. „Wir wollen die Dritte Industrielle Revolution,“ durch die Luxemburger Brille betrachten so Closener. Der Term ist gleichzeitig der Titel eins Buches von Rifkin.

Solche Veränderungen ersetzten das aktuelle Wirtschaftssystem nicht sondern ergänzten es, fügte Closener hinzu.

Intelligente Häuser

Die Home&Living gebe bereits einen guten Einblick in Technologien wie zum Beispiel intelligente Häuser. Das Handwerk sei auf einem guten Weg und werde seiner Rolle als ewigem Treiber der Luxemburger Wirtschaft wieder einmal gerecht.

„Die Probleme von morgen müssen uns beschäftigen. Die Probleme von heute müssen wir lösen,“ so Closener. Der vierte Aktionsplan für KMU passiere noch dieses Jahr den Regierungsrat. Dadurch würde der Unternehmergeist gefördert und das Leben der Betriebe erleichtert. Es werde einfacherer einen Betrieb zu gründen und an Geld zu gelangen. Weniger Betriebe sollen pleite gehen.

Service kommt zu kurz

Luxemburg sei eine Dienstleistungswirtschaft geworden aber der Service käme oft zu kurz. Luxemburg müsse in diesem Bereich eine Qualitätsoffensive starten. Der Service müsse sich verbessern. Das sei nämlich der wahre Luxus. Nicht goldene Wasserhähne im Bad. In diesem Sinne habe das Ministerium, der Horesca vorgeschlagen ein Qualitätslabel für Bistros einzuführen, das in der nächsten Woche gestartet wird.

Closener betonte zudem die Rolle der Ausländer für die Luxemburger Wirtschaft. Luxemburg sei seit dem 20. Jahrhundert ein Immigrationsland. Der Boom in der Stahlindustrie und der Boom bei den Banken sei ausländischen Arbeitskräften zu verdanken. „Wenn wir uns langfristig diese Offenheit erhalten, dann habe ich auch um die nächste Generation keine Angst,“ so Closener.

Eine Wohnung für jedermann

Wohnungsbauministerin Maggy Nagel, wies darauf hin, dass die Bevölkerung stark gewachsen ist. Auch die zahlreichen Flüchtlinge kämen dazu. Es müsse sichergestellt werden, dass jeder ob Neuankömmling oder jemand der schon lange in Luxemburg lebt, eine Wohnung findet.

Maggy Nagel verwies unter anderem auf das „Info-Logement“ in Hollerich, wo Bürger sich über alles was mit Wohnen zu tun hat informieren kann, wie zum Beispiel welche staatlichen Hilfen es gibt.

«Keine schnellen Lösungen»

„Wohnungsbaupolitik, ist sicher kein Bereich wo man kurzfristig alle Probleme lösen kann,“ so Nagel. Die Entscheidungsbefugnisse für staatliches Bauen lägen allzu oft beim Innenenministeruim oder beim Umweltministerium, so die Ministerin nicht ohne hinzuzufügen man arbeite gut zusammen.

Die Ministerin ging in ihrer Rede eine Reihe von Projekten des Staates durch um die Wohnungssituation in Luxemburg zu verbessern. Unter anderem hat der Staat, so Nagel, leerstehende Wohnungen die ihm gehören an wirtschaftlich schlecht gestellte Menschen vermietet.

Die Verpflichtung einer Stadt

Die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg ließ sich – weil sie verhindert war – durch den Schöffen Patrick Goldschmidt vertreten. Goldschmidt sprach über die Verantwortung der Stadt gegenüber den Geflüchteten. Es sei eine Verantwortung diesen Menschen zu helfen, ihren beispielsweise, Sprachkurse, eine Unterkunft, Beschäftigung und eine Arbeit zu bieten. „Wer hätte gedacht, das in der Halle der Luxexpo die vor einem Jahr noch als Konzerthalle angedacht war, heute Flüchtlinge begrüßt werden.“

An die Macher der Messe wendete Goldschmidt sich mit einem Tipp. Die Stadt Luxemburg hat seit kurzem einen Solar-Kadaster (cadastre solaire) auf dem Solaranlagen und ihrer Erträge verzeichnet werden.

Lesen Sie ebenfalls:

Alles öko in Luxexpo-Hallen

400 Betten für die Flüchtlinge

Eine große Auswahl an Spezialitäten