Soziale Ungleichheit beeinträchtigt auch in Luxemburg die Startchancen und die Lebensqualität von Kindern. Insgesamt haben in Industrieländern Kinder aus wohlhabenderen Familien nicht nur wesentlich bessere materielle Voraussetzungen, auch ihre Lebensqualität ist im Durchschnitt höher, wie aus einer am Mittwoch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgelegten Studie hervorgeht. In Luxemburg sind die Bedingungen für Kinder und Jugendliche insgesamt aber vergleichsweise gut.
Der OECD-Bericht «How’s Life?» analysiert alle zwei Jahre die Lebensbedingungen der Menschen in den OECD-Staaten. Der OECD gehören derzeit insgesamt 34 Industrieländer an, darunter europäische Staaten wie Luxemburg, aber auch die USA, Australien, Japan oder Mexiko. Kinder aus wohlhabenderen und gebildeteren Familien sind der Studie zufolge oft gesünder und fühlen sich in der Schule oft wohler als Kinder aus einfacheren Familienverhältnissen. Nachweisbar sind laut OECD bei Kindern in Industrieländern insgesamt Unterschiede aufgrund des sozialen Hintergrunds auch bei der Lebenszufriedenheit, bei der Lese- und Problemlösungsfähigkeit, in der Kommunikation mit den Eltern und auch bei der Absicht, als Erwachsene wählen zu gehen. Kinder aus «wirtschaftlich und kulturell ärmeren Familien» erzielen demnach jeweils die schlechteren Ergebnisse. «Wächst die Ungleichheit der Eltern, dann schrumpfen damit auch die Möglichkeiten der Kinder», mahnte die OECD.
Luxemburg…
Luxemburg zeichnet sich dem Bericht zufolge durch seine niedrige Langzeit-Arbeitslosigkeit (1,6 Prozent) aus. Nur 3,5 Prozent arbeiten viel länger, als die von Gesetz vorgeschriebenen Stuanden. Bei Problemen können 87,4 Prozent der Bevölkerung auf die Hilfe von Familienangehörigen oder Freunden zählen.
Armut ist laut OECD rar in Luxemburg, der materialle Wohlstand ist hoch. So leben nur 4,8 Prozent der Kinder in Arbeitslosen-Haushalten. Sorgen bereiten jedoch die Lese-Fähigkeiten der 15-Jährigen in Luxemburg. Die Quote liege im unteren Drittel des OECD-Rankings, wird in der Studie betont. Auf der anderen Seite seien aber nur 3,5 Prozent der 15 bis 19-Jährigen ohne Schulabschluss oder ohne Job. Hier liegt der OECD-Durchschnitt bei 7,1 Prozent. Die politische Meinungsbildung ist hoch hierzulande: 91,2 Prozent der Kinder hierzulande haben so die Absicht wählen zu gehen. Eine hohe Lebensqualität wird auch durch ehenamtliche Nebenaktivitäten erreicht, so die OECD: Im Großherzogtum liegt die Rate der Personen die einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen bei fast 40 Prozent.
Probleme gibt es aber bei den zwischenmanschlichen Beziehungen. Viele Teenager im Großherzogtum haben Schwierigkeiten, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Und 12,8 Prozent wurden eigenen Aussagen zufolge in den letzten zwei Monaten mindestens zweimal gemobbt.
Gesund sein, gesund bleiben
Wichtig ist laut des «Better Life Index» der OECD in Luxemburg die Gesundheit (10,7 Prozent), vor der allgemeinen Zufriedenheit (10,6), der Vereinbarkeit zwischen Arbeit und Familie (9,9) und dem Einkommen (9,7).
OECD-Generalsekretär Angel Gurría mahnte bei der Vorstellung der Studie, weltweit die Bedingungen für Kinder zu verbessern. «Der Kampf gegen Ungleichheit beginnt damit, sicherzustellen, dass jeder die Möglichkeit hat, sein Leben von früh an zu gestalten», erklärte Gurría.
Lesen Sie ebenfalls:
Mehr PCs ist nicht gleich mehr Lernkompetenz
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können