Warum solch eine Jagd notwendig ist und was die Sicherheits- bestimmungen sind, erläuterte am Mittwoch die FSHCL („Fédération Saint-Hubert des chasseurs du Grand-Duché du Luxembourg“).
Treibjagden werden der FSHCL zufolge maximal drei Mal pro Jahr durchgeführt. Vor allem im Herbst, damit die Wilddichte etwas reduziert wird und sich im Frühjahr wieder entfalten kann.
Andere Jagdarten
Neben der Treibjagd gibt es auch andere Jagdarten, wie zum Beispiel den Ansitz (Jagd vom Hochsitz aus) und die Pirsch (der Jäger durchkämmt hierbei den Wald nach Wild). Die Treibjagd soll jedoch Jägern und Wildbiologen zufolge die ökologischste und effizienteste Form der Jagd sein.
Bei dem Begriff Treibjagd denken viele an erschreckte und aus ihren Verstecken gescheuchte Wildtiere. Dies soll laut Marc Glesener, Mitglied des Zentralkomitees der FSHCL, aber offenbar nicht der Fall sein. Er erklärte, dass eine Pirsch für ein Wildtier viel traumatischer sei als eine Treibjagd. Bei der Pirsch riskiere man, dass das Tier nicht mehr zu der Stelle zurückkehrt, an der versucht wurde, es zu jagen „Eine Treibjagd ist eigentlich für Wildtiere ganz natürlich“, erklärte er, „für die Tiere ist es zwar wie ein Überfall, aber es ist nicht anders, als wenn sie von einem Rudel Wölfe überfallen werden.“ Treibjagden werden unternommen, damit die Wilddichte reguliert wird. Da der Mensch den Tieren viel Lebensraum wegnimmt, durch Bebauung von Land und durch massive Landwirtschaft, haben die Tierbestände nicht immer ausreichend Platz, sich auszubreiten. Aus diesem Grund kann es zu einer Überpopulation in unseren Wäldern kommen, erklärte die Jäger-Föderation.
Edele Ziele
Die Ziele der Treibjagd seien zum einen, Wildschäden an Feldern, Wiesen und Wald einzudämmen, aber auch, Wildunfälle zu verringern. Zum anderen sei die Ausbreitung von Wildkrankheiten zu verhindern sowie die Zahl der Raubtiere und Wildschweine zu reduzieren, damit sie keine anderen Waldbewohner wie die Bodenbrüter durch Zerstörung von deren Nester verdrängen.
Solch eine Treibjagd soll unter klar definierten Regeln ablaufen, erklärte Vic Mousel, ebenfalls Mitglied des Zentralkomitees der FSHCL. Die Sicherheit wird laut Jäger-Föderation großgeschrieben. Hierbei gehe es um die Sicherheit der Jäger, aber auch um die der Waldbesucher.
«Abstand halten»
So dürfe ein Jäger während der Treibjagd nicht einfach schießen, sobald er ein Wild erblicke. Die Mitglieder des Komitees erklärten, dass man einen gewissen Abstand zu den anderen Jägern halten müsse, damit keiner verletzt werde. „Ein Schuss muss gezielt eingesetzt werden und nach der Treibjagd überprüft werden, denn jeder Jäger ist auch für seinen Schuss verantwortlich“, so Mousel. Zur Sicherheit der Waldbesucher werden Treibjagden mindestens 15 Tage im Voraus durch Schilder und im Aushang der Gemeinde angekündigt. Das Gebiet der Treibjagd sollte großräumig gemieden werden, damit man sich nicht in die Gefahrenzone begibt.
Die Anzahl der Jäger in Luxemburg beläuft sich auf ungefähr 2.200.
Festgelegte Abschusspläne
Alle paar Jahre werden vom Staat sogenannte Abschusspläne festgelegt und vorgestellt.
Im letzten Abschussplan, der über zwei Jahre lief, wurde festgehalten, dass beim Rehwild rund 12.742 Tiere geschossen werden müssen und bei den Wildschweinen rund 13.470 Tiere. Die Jäger müssen im Regelfall diese Abschusspläne einhalten, was jedoch nicht immer möglich ist. Diese Zahlen der abzuschießenden Tiere werden fast fiktiv festgehalten und orientieren sich ausschließlich an den Zahlen der vorhergehenden Abschusspläne und nicht am realen Wildbestand in den Wäldern. Dieser ist laut Umweltministerium sehr schwer zu bestimmen, man basiere sich deshalb auf bisherigen Zahlen und Aussagen der Jäger, wie viele Tiere beim letzten Abschussplan erlegt wurden.
Die Treibjagd-Saison wird eröffnet
Zu Demaart
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