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Weltweit gibt es in etwa 650 Millionen behinderte Menschen. Sie haben das Recht mit nicht behinderten Menschen zur Schule zu gehen. In Luxemburg wurde darüber debattiert.

Weltweit gibt es in etwa 650 Millionen Menschen mit einer Behinderung, welche laut der UN-Behindertenrechts-konvention unter anderem ein Recht auf eine gemeinsame Beschulung mit nicht behinderten Menschen haben. Vor diesem Hintergrund haben rund 80 europäische Jugendliche mit einer Behinderung im Rahmen der Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft über die Inklusion in der Schule diskutiert.

Sonderschule: 888 Schüler

In Luxemburg besuchen insgesamt 758 Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf die Regelschule. Hiervon werden 634 Schüler von sogenannten „multiprofessionellen Teams“ und 124 Schüler vom „Institut pour déficients visuels“ (IDV) unterstützt.

563 Schüler besuchen sonderpädagogische Schulen. Hiervon sind 247 Schüler zwischen 3 und 12 Jahren alt und 316 Schüler sind älter als 12 Jahre. Des Weiteren sind 325 Schüler im „Centre de logopédie“ untergebracht. Damit besuchen im Schuljahr 2015/16 von circa 90.000 Schülern lediglich 888 keine Regelschule. (dvv)

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde 2011 in Luxemburg ratifiziert. In Bezug auf die inklusive Bildung – sprich das Recht auf einen gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Schulunterricht – schneidet das Großherzogtum überdurchschnittlich gut ab. Wie Bildungsminister Claude Meisch bei der Eröffnungsrede der europäischen Konferenz über die Inklusion in der Schule hervorhob, „liegt der Anteil der Schulbevölkerung, der keine Regelschule besucht, in Luxemburg bei weniger als einem Prozent“.

Nicht alleine die Zahl ist wichtig

Auch wenn diese Zahl beeindruckend erscheint, hat die Konferenz zur Inklusion gezeigt, dass es nicht allein auf die Anzahl der behinderten Schüler, die eine Regelschule besuchen, ankommt. Bei den verschiedenen Workshops, an denen 80 europäische förderbedürftige Schüler zwischen 14 und 16 Jahren teilnahmen, kamen immer wieder zwei zentrale Forderungen zum Vorschein: die Schüler wünschen sich mehr Verständnis sowie mehr Unterstützung von den Lehrern und den Mitschülern. Auch wenn die förderbedürftigen Schüler sich freuen, wenn sie eine Regelschule besuchen dürfen, ärgern sie sich mehrfach über „Lehrer, die unsere Bedürfnisse nicht kennen. Sie wissen oftmals nicht, wie sie uns konkret im Alltag unterstützen können.“ Des Weiteren monieren die behinderten Jugendlichen, dass „die anderen Mitschüler nicht genug mit uns zusammenarbeiten. Eine enge Kooperation zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen ist allerdings unerlässlich für eine gelungene Inklusion.“ Die meisten Teilnehmer der Konferenz forderten ebenfalls eine bessere Ausstattung der öffentlichen Schulen. Oftmals würde es an Rampen und Liften fehlen.

Die bei den Workshops erarbeiteten zentralen Vorwürfe und Forderungen wurden nach der Konferenz zu einem einheitlichen Dokument verfasst, welches dem Bildungsminister Claude Meisch übergeben wird. Dieser versprach, das ausgearbeitete Dokument beim Treffen der EU-Bildungsminister im November vorzulegen, damit seine Amtskollegen bei zukünftigen Entscheidungen zur Inklusion in der Schule die Erfahrungen von betroffenen Schülern einfließen lassen können.

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