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Tausende Israelis beantragen Waffenschein

Tausende Israelis beantragen Waffenschein
(Nasser Shiyoukhi)

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Angesichts einer Serie palästinensischer Messerattacken wollen sich Tausende von Israelis bewaffnen. Wegen der neuen Gewaltwelle will Israel eine Mauer in Jerusalem bauen.

Der israelische Armeesender berichtete am Montag von einem deutlichen Anstieg der Anträge für einen Waffenschein. Polizeiminister Gilad Erdan hatte wegen der vielen Anschläge angekündigt, er wolle den Prozess zum Erwerb eines Waffenscheins erleichtern und beschleunigen.

Das zuständige Ministerium für Innere Sicherheit sei allerdings nicht in der Lage, den vielen Anträgen nachzukommen, berichtete der Sender. Das Telefonzentrum der Behörde sei zusammengebrochen, daher könnten derzeit auch keine neuen Waffenscheine ausgestellt werden.

Welle der Gewalt

Seit Monatsbeginn sind acht Israelis bei Messerangriffen von Palästinensern getötet worden. Mehr als 40 Palästinenser kamen ums Leben, die Mehrheit davon Attentäter, die bei ihren Anschlägen erschossen wurden. Die Übrigen wurde bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften getötet.

Ein Streit um die Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalems Altstadt, der Muslimen und Juden heilig ist, gilt als Mitauslöser für die neue Welle der Gewalt. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle mehr Kontrolle über die heilige Stätte erlangen. Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dies immer wieder dementiert.

Mauer in Jerusalem

Angesichts einer neuen Gewaltwelle will Israel arabische und jüdische Viertel im Ostteil Jerusalems mit einer Mauer trennen. Das arabische Viertel Issawijeh solle eingezäunt und damit de facto zu einer Enklave in Jerusalem werden, berichtete der israelische Rundfunk am Montag.

Teil des Plans sei eine 1,5 Kilometer lange und neun Meter hohe Mauer, deren Baukosten auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt werden. Die Mauer solle verhindern, dass Palästinenser aus Issawijeh Steine und Brandflaschen auf Autos werfen, die auf einer naheliegenden Straße zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim unterwegs sind.

Ein anderer Teil des Viertels mit rund 20 000 Einwohnern solle mit Betonblöcken abgesperrt werden. Eine ähnliche Sperre sei zwischen der israelischen Siedlung Armon Hanaziv und den arabischen Vierteln Dschabel Mukaber und Sur Baher geplant.

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