Die niedrigen Milchpreise haben europaweit für demonstrierende Landwirte gesorgt. Die Bauern warnen angesichts der aktuellen Marktpreise vor einer existenziellen Einkommenskrise. Das Landwirtschaftsministerium will die Bauern vor diesem Hintergrund durch finanzielle Hilfen und eine neue Marketingstrategie unterstützen.
In der Antwort auf die parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Martine Hansen stellt Landwirtschaftsminister Fernand Etgen die finanzielle und die strategische Krisenpolitik der EU und der Regierung vor.
Der DP-Politiker geht zunächst auf die von der Europäischen Union beschlossenen finanziellen Unterstützungen für Landwirte ein. „420 Millionen Euro werden den Mitgliedstaaten mit einem auf der Milchproduktion, dem Milch- und dem Schweinefleischpreis aufbauenden Verteilungsschlüssel zugeteilt. Für Luxemburg ist ein Gesamtbudget von genau 669.120 Euro vorgesehen, welches anhand nationaler Mittel noch einmal verdoppelt werden kann“, so Etgen.
80 Millionen für die Lagerhaltung
Des Weiteren würden „80 Millionen Euro unter anderem für eine Verstärkung der privaten Lagerhaltung für Milchpulver und für Schweinefleisch budgetiert werden.“
Der Landwirtschaftsminister erwähnt zudem einen Vorschuss von 70 Prozent der Direktzahlungen von EU-Geldern für Landwirte. Etgen geht allerdings neben den finanziellen Hilfen auch auf eine neue vom Staat mitgetragene Vermarktungspolitik ein.
So soll das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz in Zukunft verstärkt Mittel für die Förderung von regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen bereitstellen. Ein „Modell für ein Lastenheft, womit der Staat es den öffentlichen Einrichtungen ermöglicht, vorzugsweise regionale Produkte einzukaufen“ ist ebenfalls vorgesehen.
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