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Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft
(Arischard)

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Bei dem "Bistrots du Jeudi" am Donnerstag wurde über die Auswirkungen des Universitätsstandortes diskutiert. Die Universität wird der Entwicklung der Süd-Region nutzen, hieß es.

2005 entschied die Regierung, eine neue Universität auf der Industriebrache in Belval zu errichten. Vor etwas mehr als einem Monat fiel schließlich der Startschuss zum Universitätsbetrieb am neuen Standort im Süden Luxemburgs. Welchen Einfluss dies auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene für die Stadt Esch und ihre Umgebung hat, wurde am Donnerstag im Rahmen der Reihe „Bistrots du Jeudi“ diskutiert.

In einem Punkt waren sich alle Redner einig: Als Universitäts- und Forschungsstandort haben Esch und der Süden des Landes trotz einiger Herausforderungen eine vielversprechende Zukunft vor sich.

«Ehrgeiziges Projekt»

Marc Hansen, Staatssekretär für Hochschulwesen und Forschung, Rainer Klump, Rektor der Universität Luxemburg, Jean-Jacques Rommes, „Administrateur délégué“ der Unternehmensvereinigung UEL („Union des entreprises luxembourgeoises“), Michel Kalika, Präsident des „Business Science Institute Luxembourg“, Vera Spautz, Bürgermeisterin von Esch, und Georges Engel, Bürgermeister von Sanem, sprachen von einem ehrgeizigen Projekt mit hervorragenden Aussichten.

Tatsächlich werden in Zukunft 3.000 Wissenschaftler und 6.700 Studenten an einem Standort vereint sein, der bis zu 25.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Dementsprechend zuversichtlich blicken sowohl Marc Hansen als auch Rainer Klump in die Zukunft. „Luxemburg hat nur noch eine Ressource, und das sind die grauen Zellen. Der große dynamische Geist am Universitätsstandort Belval ist vor diesem Hintergrund besonders wichtig und zeugt von der großen Motivation innerhalb dieser Institution.“

Rektor Rainer Klump sieht den Pioniergeist der Universität und die pluralistische Gesellschaft Luxemburgs als besonderes Plus. „Wir werben mit einer multikulturellen und multilingualen Gesellschaft sowie mit einem faszinierenden Standort.“ Da das „internationale Marketing nun erfolgreich anläuft“, sieht Rainer Klump der Zukunft der Universität positiv entgegen. Einzig bei der Finanzierung sehen Klump und Hansen Entwicklungsbedarf. Die finanzielle Unterstützung der Universität unterscheide sich noch zu stark zwischen dem Luxemburger Staat (145 Millionen Euro) und der Privatwirtschaft (35 Millionen Euro).

Ein „Aushängeschild“

Der Universitätsrektor peilt in Zukunft eine private Unterstützung von rund 30 Prozent des Budgets an. Die beiden Bürgermeister Georges Engel und Vera Spautz sehen den neuen Universitätsstandort zwar ebenfalls als große Chance für die Region, weisen allerdings auch auf zukünftige Probleme hin.

„Dieser Universitätsstandort ist das Beste, was uns passieren konnte, er ist ein Aushängeschild für die gesamte Region. Allerdings brauchen die betroffenen Gemeinden mehr Mittel“, so Georges Engel, Bürgermeister von Sanem, einer Gemeinde, auf deren Grund sich zwei Drittel des Universitätsstandortes befinden. Die Escher Bürgermeisterin pflichtet ihrem LSAP-Parteikollegen bei: „Unsere Einwohnerzahl wird wahrscheinlich deutlich steigen. Wir haben aber bereits jetzt Probleme wie einen Mangel an Wohnungen und Kindertagesstätten. An diesen Punkten brauchen wir mehr Unterstützung des Staates.“ Dennoch steht auch Vera Spautz der Universität Belval letztlich positiv gegenüber. Die neuen Studenten, Professoren und Forscher würden der Wirtschaft des Südens gut tun, allerdings warnt Spautz davor, Wunder zu erwarten: „Der positive Wandel wird sich langsam vollziehen. Die Probleme dieser Stadt – wie die sozioökonomische Situation – werden nicht von heute auf morgen verschwinden.“ Jean-Jacques Rommes, „Administrateur délégué“ der UEL, hebt seinerseits die Rolle der Universität als Motor des internationalen Charakters Luxemburgs hervor. Laut Rommes bietet das Großherzogtum eine bedeutende Nische: „Dieses Land ist ein internationaler Kreisel und lebt von Europa. Luxemburg braucht seinen internationalen Charakter und genau hier kann die Universität eine bedeutende Rolle spielen, denn 50 Prozent der eingeschriebenen Studenten sind Ausländer. Im Idealfall werden die Absolventen dieser Universität sich hier niederlassen, denn Luxemburg braucht die grauen Zellen. Die Studenten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

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