Das Boot mit etwa 60 Menschen an Bord stieß demnach im Morgengrauen gegen der Insel vorgelagerte Felsen an der Ostküste. Gut ein Dutzend der Insassen, unter ihnen Afghanen, sei ins Wasser gestürzt. Die meisten konnten den Angaben zufolge nicht schwimmen und verfügten nur über Schwimmwesten schlechter Qualität. Die Besatzungen eines Patrouillenboots und eines Hubschraubers der EU-Grenzschutzbehörde Frontex fanden die drei Leichen.
Weitere Todesopfer wurden befürchtet. Die Suche der griechischen und türkischen Küstenwache nach einem zweijährigen Jungen aus Afghanistan, der am Samstag auf dem Weg von der Türkei nach Lesbos aus einem Flüchtlingsboot gefallen war, verlief zunächst erfolglos. Das Boot war Medienberichten zufolge völlig überladen, zudem hatte es bei der Überfahrt mit starkem Wind und Regen zu kämpfen.
48.000 Flüchtlinge
Ungeachtet des schlechten Wetters und der stürmischen See traf in der zurückliegenden Woche laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) eine Rekordzahl von 48.000 Flüchtlingen in Griechenland ein. Mehrere Menschen kamen bei der Überfahrt ums Leben. Die griechischen Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten mit dem Beginn des Winters weiter ansteigt. Um ihre Boote trotz schlechtem Wetter vollzubekommen, werben viele Schlepper mit günstigeren Preisen für die Überfahrt.
Seit Jahresbeginn sind im gesamten Mittelmeer bereits rund 3000 Flüchtlinge ertrunken. Die Hilfsorganisation Libyscher Halbmond teilte unterdessen mit, Anwohner hätten an Stränden um die Hafenstadt Sliten 29 angeschwemmte Leichen von Flüchtlingen entdeckt. Die Suche nach weiteren Leichen seien im Gange.
Libyschen Medienberichten zufolge stammten die Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Das Ziel der meisten Flüchtlinge ist die italienische Insel Lampedusa. Sie ist etwa 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt.
Zu Demaart
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