Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen haben die Einwohner der westafrikanischen Elfenbeinküste am Sonntag einen Präsidenten gewählt. In den Wahllokalen waren die Schlangen kurz. Die Wahlkommission sprach von sehr geringer Beteiligung. «Mehr als die Hälfte aller Wahlberichtigten hat ihre Wählerausweise zurückgezogen», sagte eine Sprecherin der Kommission der Deutschen Presse-Agentur.
Rund 6,3 Millionen der knapp 23 Millionen Einwohner waren aufgerufen, in fast 20.000 Wahllokalen für einen der sieben Bewerber zu votieren. Amtsinhaber Alassane Ouattara galt vor allem aufgrund der boomenden Wirtschaft als Favorit. Der weltgrößte Kakaoproduzent konnte während seiner fünfjährigen Amtszeit ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund neun Prozent verbuchen.
Armselige Menschenrechtsbilanz
Dennoch war es im Vorfeld der Abstimmung zu mehrfachen Protesten gegen Ouattaras Kandidatur gekommen. Oppositionsgruppen stellten die Staatsangehörigkeit des Präsidenten in Frage und äußerten scharfe Kritik an seiner armseligen Menschenrechtsbilanz. Zudem beschuldigt die Opposition die Regierung, die Wahlkommission und staatliche Medien zu kontrollieren und so freie und faire Wahlen zu sabotieren.
Drei der ursprünglich zehn Bewerber für das höchste Staatsamt hatten ihre Kandidatur kurz vor der Wahl zurückgezogen und zum Boykott aufgerufen. Dennoch verlief die Wahl ohne Zwischenfälle.
Mehr als 3000 Tote
Bei der Wahl 2010 war es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit mehr als 3000 Toten gekommen, nachdem der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo sich geweigert hatte, Ouattaras Sieg anzuerkennen.
Das Ergebnis soll nach Angaben der Wahlkommission 72 Stunden nach Ende der Abstimmung bekanntgegeben werden. Falls Ouattara wider Erwarten weniger als 50 Prozent der Stimmen erhalten sollte, müsste er sich einer Stichwahl stellen.
Zu Demaart
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