Mittwoch28. Januar 2026

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Zehntausend gegen «Hogesa» in Köln

Zehntausend gegen «Hogesa» in Köln
(Henning Kaiser)

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Diesmal durfte die fremdenfeindliche "Hogesa"-Gruppierung nur streng abgeschottet demonstrieren. Zehntausend Gegendemonstranten feierten ein friedliches Fest. Gewaltbereite Linksautonome störten das Bild.

In Köln haben am Sonntag mehr als 10.000 Menschen gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Gruppierung «Hooligans gegen Salafisten» demonstriert. An der «Hogesa»-Versammlung selbst beteiligten sich etwa 1000 Teilnehmer. Die Polizei konnte Gewalt größeren Ausmaßes wie im vergangenen Jahr verhindern. Mit einem Großaufgebot trennte sie beide Lager voneinander. Beide Kundgebungen fanden auf verschiedenen Seiten des Bahnhofs Köln-Deutz statt. «Wir sind froh, dass wir das Ganze über die Bühne gebracht haben», sagte ein Polizeisprecher gegen Ende des Einsatzes. In der nächsten Woche werde die Polizei einen Überblick über die Strafanzeigen haben.

Vereinzelt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Gegendemonstranten aus dem linken Lager. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen linksautonome Demonstranten ein, um sie von Attacken auf Teilnehmer der «Hogesa»-Kundgebung abzuhalten. Es habe Festnahmen und Ingewahrsamnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen nannte er nicht. Es seien Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Die Zahl sei noch nicht bekannt.

«Refugees welcome»

Zu der Gegenkundgebung waren nach Einschätzung von Beobachtern mehr als 10.000 Menschen aus dem bürgerlichen Lager gezogen. Die Stimmung war entspannt und friedlich. Auf Bannern und Transparenten war «Kein Mensch ist illegal» oder «Refugees welcome» zu lesen. Unter dem Motto «Schützt Flüchtlinge und Menschenwürde» hatte ein Bündnis aus mehr als 50 Gruppen und Vereinen einen «Anti-Hogesa-Aktionstag» mit Kulturprogramm und Kundgebungen organisiert.

Die Teilnehmer der «Hogesa»-Kundgebung hatten sich zur gleichen Zeit auf der anderen Seite des Bahnhofs versammelt. Der Platz war von der Polizei hermetisch abgeriegelt worden. Teilnehmer durften den Versammlungsplatz erst nach eingehenden Kontrollen durch Polizisten betreten. In Zelten durchsuchten die Beamten die Demonstranten nach Waffen, Feuerwerkskörpern und Alkohol. Der Kölner Pegida-Ableger Kögida sagte eine angekündigte Kundgebung ab und schloss sich der «Hogesa»-Aktion an.

Im Oktober 2014 hatte es bei einer ersten «Hogesa»-Demonstration schwere Krawalle gegeben. Dabei waren rund 50 Polizisten verletzt worden. Deshalb durften die «Hogesa»-Teilnehmer diesmal nicht durch die Kölner Innenstadt ziehen. Die Kundgebung war vom selben Veranstalter angemeldet worden – diesmal unter dem Titel «Köln 2.0 – friedlich und gewaltfrei gegen islamistischen Extremismus».