Jetzt ist es offiziell: Die Klimaschutzziele, die im Dezember beim Gipfel in Paris in einen internationalen Vertrag gegossen werden sollen, werden die gefährlichen Folgen des Klimawandels erst einmal nicht verhindern.
Denn selbst wenn alle Länder ihre im Vorfeld des UN-Klimagipfels angekündigten Ziele vollständig umsetzen sollten, würde die Erdtemperatur immer noch um 2,7 Grad Celsius steigen. Damit würde das Ziel, die Erwärmung bis 2100 unter der kritischen Marke von zwei Grad zu halten, verfehlt. Zudem habe etwa ein Viertel der 146 Staaten, die bisher nationale Klimaschutzpläne angekündigt haben, diese von finanzieller oder technischer Unterstützung durch die Industrienationen abhängig gemacht, berichtete die Leiterin des UN-Klimasekretariats, Christina Figueres, am Freitag in Berlin.
«Wir sind auf dem richtigen Weg»
Sie sei dennoch überzeugt, «dass wir auf dem richtigen Weg sind», betonte die UN-Klimachefin. Denn die Chancen stünden gut, dass die Gipfel-Teilnehmer diesmal im Gegensatz zu dem 1997 beschlossenen Kyoto-Protokoll keinen «statischen Vertrag» verabschieden wollten, sondern eine «dynamische Vereinbarung über fortlaufende Verbesserungen». Dann müssten die Klimaschutz-Maßnahmen der einzelnen Staaten regelmäßig neu betrachtet werden – zum Beispiel alle fünf Jahre.
Experten schätzen, dass die Temperatur, wenn so weiter gewirtschaftet werden sollte wie bisher, um vier bis fünf Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen würde. In einigen Regionen wäre Arbeit im Freien dann unmöglich. Mehrere Inselstaaten würden im Meer versinken.
«Solide Basis»
Zu Beginn des Klimagipfels am 30. November werden mehr als 80 Staats- und Regierungschefs in Paris erwartet. Mit einem Scheitern der Verhandlungen wie 2009 in Kopenhagen sei nicht zu rechnen, sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth. Auch der französische Außenminister Laurent Fabius sieht eine «solide Basis» für den Erfolg der Konferenz. Zusätzliche Anstrengungen seien aber notwendig.
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