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Gesetz mit Nazi- Verordnung verglichen

Gesetz mit Nazi- Verordnung verglichen
(Didier Sylvestre)

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Bei der Vorstellung des neuen „Lëtzebuerger Bibliothéiksguide“ kritisierte die Vereinigung der Bibliothekare die aktuelle Politik in und forderte mehr Unterstützung für das Buch.

Die Albad („Associatioun vun de Lëtzebuerger Bibliothekären, Archivisten an Dokumentalisten“) kritisiert das Bibliothekengesetz von 2010: Es sei einmalig in der EU, da es die Regierung ermächtige, sich in die Belange der Bibliotheken einzumischen.

Präsident Jean-Marie Reding scheute nicht den Vergleich mit Nazideutschland. Die auf dem Gesetz basierende Verordnung vom 4.7.2010 sei eine unzulässige Einmischung des Staates, der den Bibliotheken vorschreibe, was sie in ihrem Angebot haben müssten. Das könne er vielleicht den staatlichen Bibliotheken vorschreiben, aber wohl auf keinen Fall den privaten.

Der richtige Weg

Des Weiteren fragt sich die Albad, warum seit 2010 die Zahl der Bibliotheken zurückgegangen sei. Ein neues Bibliothekengesetz solle sich am Archivgesetz orientieren, das vor zwei Tagen vorgestellt wurde. Das zeige den richtigen Weg; in diesem würden staatliche und private Archive gesondert behandelt.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Universitätsbibliotheken: „Warum gibt es zwei? Die Nationalbibliothek auf Kirchberg anzusiedeln, entbehrt jeder Logik, wo sich doch die Universität auf Belval befindet.“ Derzeit gibt es auch zwei große Bibliotheksverbünde: bibnet.lu und biblio.lu. Die Albad befürwortet eine Kooperation der beiden und zeigt sich verständnislos, warum das bis dato nicht möglich ist.

Bibliothekenschwund

Besorgniserregend findet die Vereinigung den Rückgang der Zahl der Bibliotheken in Luxemburg. Gab es im Jahr 1939 noch 130 öffentliche Bibliotheken, seien es heute nur noch 22. Von 105 Gemeinden besäßen nur noch 14 eine Bibliothek.

Mit der Sorge um die Bibliotheken geht die Sorge um die Lesefähigkeiten insgesamt einher. Die Albad wünscht sich in Luxemburg die gleiche Unterstützung für das Buch, wie der Luxemburger Filmfonds etwa der Filmindustrie gewährt.

Bücher-Verkauf geht zurück

Insgesamt gehe der Verkauf von Büchern in Europa zurück, außer in einer Sparte: Kinderbüchern würden immer beliebter. „Das zeigt, dass die kommenden Generationen wieder mehr lesen. Die aktuelle scheint eine Menge Probleme damit zu haben.“ Einer europäischen Studie zufolge hätten in Europa 25 Prozent der Bevölkerung Probleme mit dem Lesen. Sie seien zwar nicht alle Analphabeten, doch könnten viele das Gelesene nicht weitervermitteln.

Die Albad stellte am Donnerstag auch den neuen „Lëtzebuerger Bibliothéiksguide“ vor, einen Katalog sämtlicher Bibliotheken des Landes. Er ist in allen öffentlichen Bibliotheken und im Internet auf www.albad.lu erhältlich.

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