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«Ein großer Europäer»

«Ein großer Europäer»
(dpa)

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Frankreichs Präsident François Hollande hat den am Dienstag gestorbenen früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt als "großen Europäer" gewürdigt. Auch andere Politiker würdigten den Politiker.

Schmidt sei ein «großer Staatsmann» gewesen, der stets dafür plädiert habe, der Marktwirtschaft eine soziale Dimension zu geben, sagte Frankreichs Präsident François Hollande in Paris.

Schmidt habe in der Europapolitik vorbereitet, was sein Nachfolger Helmut Kohl und der damalige französische Staatspräsident François Mitterrand vollendet hätten. «Er war ein Mann, der bis zu seinem letzten Atemzug Stellung bezogen hat, vor allem, um den Deutschen zu sagen, welche Rolle sie zu spielen haben», sagte Hollande.

Applaus

Ministerpräsident Manuel Valls betonte während einer Sitzung der Nationalversammlung die Bedeutung Schmidts für die Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich. «Er hat durch seine Äußerungen und seine Persönlichkeit stets seine Überlegungen klargemacht zur Rolle und zum Platz Deutschlands in Europa und den besonderen Beziehungen mit Frankreich.» Die Abgeordneten der Nationalversammlung erhoben sich anschließend für anhaltenden Applaus.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich tief bewegt über den Tod Helmut Schmidts gezeigt. «Er war ein Freund, der mir, ebenso wie Europa, fehlen wird», teilte Juncker am Dienstag in Brüssel mit. Schmidts enger Freundschaft mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing sei es zu verdanken, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich vertieft hätten.

«Ein Weggefährte»

Auch die Weichen für den Euro seien dadurch gestellt worden. «Ein besonderer Mut hat Helmut Schmidt ausgezeichnet: der Mut, in die Zukunft zu denken», schrieb Juncker. «Er ist mit mehr Leidenschaft als viele andere für das Zusammenwachsen des Kontinents eingetreten, auch weil er immer verstanden hat, dass wir zusammenhalten müssen, wenn wir in der Welt eine Rolle spielen wollen.»

Der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat sich bestürzt über den Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) geäußert. «Wir wissen, Deutschland ist ärmer geworden, und wir empfinden, er wird uns fehlen – immer wieder», heißt es in einer Erklärung, die von Genschers Büro verbreitet wurde. «Für mich ist der Tod Helmut Schmidts der Abschied von einem Weggefährten in schwerer Zeit und auch mit einer bitteren Phase, die für mich die menschliche Seite nie berühren konnte.»

Pflichtbewusstsein

Genscher war von 1974 bis 1982 unter Schmidt Außenminister in einer sozial-liberalen Koalition. Die FDP wechselte dann zur Union, was für Schmidt das Ende seiner Kanzlerschaft bedeutete. Zum Nachfolger wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum der damalige CDU-Vorsitzende Helmut Kohl gewählt.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Helmut Schmidt als «einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit» gewürdigt. «In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundeskanzler, hat Helmut Schmidt Großes geleistet», schrieb Gauck am Dienstag an Schmidts Tochter Susanne Kennedy-Schmidt. «Mit den Tugenden, die ihn auszeichneten – Unabhängigkeit des Geistes, Mut und Pflichtbewusstsein – wird er auch künftigen Politikergenerationen ein bleibendes Vorbild sein.»

Der frühere italienische Ministerpräsident und EU-Kommissionschef Romano Prodi hat den gestorbenen deutschen Altkanzler Helmut Schmidt als «einen der großen Väter Europas» gewürdigt. «Er war ein erleuchteter Kanzler Deutschlands, immer aufmerksam bei den komplexen internationalen Problemen und mit einer außerordentlichen Sensibilität im Umgang mit den Themen der Sozialpolitik ausgestattet», sagte Prodi der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

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