Dienstag13. Januar 2026

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«20.000 Schuss im Jahr»

«20.000 Schuss im Jahr»
(Julien Garroy)

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Trap-Schütze Lyndon Sosa gehört zum COSL-Elitekater. Die Olympischen Spiele 2016 hat er fest im Blick. Der 23-Jährige sammelt zurzeit Geld um seine Kosten zu decken.

Am 18. Juli wird der internationale Verband diese Nachrückplätze bekannt geben. Das Tageblatt hat sich mit dem COSL-Elitekader-Athleten über die Finanzen in seiner Sportart unterhalten.

Wie kam dir die Idee des Crowdfundings?

Die Judoka Taylor King hat mich darauf gebracht. Ich habe dann sofort solch eine Internetseite angelegt. Das Geld kann ich gut gebrauchen.

Wie sieht dein Budget aus? Du hast im Sommer auch durch die „Fondation Josy Barthel“ einen größeren Scheck erhalten.

Da komme ich auf persönliche Kosten von 10.000 Euro. Da sind dann schon die Reisen zu den Europa-Spielen nach Baku oder zur WM oder EM, Hotelkosten und Einschreibegelder, die vom Verband übernommen werden, abgerechnet. 5.000 Euro habe ich im Juli von der „Fondation Josy Barthel“ bekommen. Ich finde das gut, dass auch mal ein Sportschütze diese erhalten hat. Dieses Geld hilft mir vor allem bei der Finanzierung meiner Uni (Sosa studiert Mathematik an der Uni.lu, d. Red.), Lehrgänge, Munition.

Du hast jetzt die Munition erwähnt: Dies ist sicherlich der größte Posten in deinem Budget?

Ich werde 2015 auf etwa 20.000 Schuss kommen. Ein Schuss kostet 0,25 Euro. Dazu kommen dann noch 15 Euro pro Serie am Schießstand. So kommen in der Woche dann 150 Euro zusammen. Die Weltelite kommt im Jahr auf 60.000 Schuss und mehr. Für mich waren die 20.000 Schuss das Maximum, das ich bislang geschossen habe.

Und die Gewehre?

Ich habe zwei Gewehre, die gleich sind. Diese kosten 3.000 bis 3.500 Euro. Ein Gewehr behält man aber sein ganzes Leben lang. Ich habe mir noch einen personifizierten Schaft anfertigen lassen. Das kostet dann auch noch mal 500 bis 800 Euro.

Gibt es Interesse von privaten Sponsoren?

Ich habe mit einem Interessenten Gespräche für 2016 geführt. Es könnte sein, dass ich dann eine Werbung auf meiner Weste platzieren werde.

Wie gehst du mit dem finanziellen Druck um?

Das ist kein Problem. Zurzeit ist mein Budget ausbalanciert. Die Unterstützung durch Verband und COSL ist gut. Und wenn es mal nicht reichen würde, ist die Familie noch da.

Was ist, wenn es nicht für Rio reichen sollte?

Das wäre nicht schlimm. Ich bin ja noch jung. Meine Konzentration würde dann Richtung Tokio (Olympische Spiele 2020, d. Red.) gehen. Dann kann ich noch Erfahrung bei großen Wettbewerben sammeln und vielleicht könnte es dann auch mit der direkten Qualifikation klappen.