Zwei Selbstmordattentäter haben im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut einen der blutigsten Anschläge der vergangenen Jahre verübt. Die beiden Angreifer rissen nach Angaben aus der Regierung in einem Schiitenviertel mindestens 37 Menschen mit in den Tod. Außerdem seien mehr als 180 Personen verletzt worden, sagte der Chef des libanesischen Roten Kreuzes, George Kittaneh, am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur NNA. Die sunnitische Terrororganisation Islamischer Staat bekannte sich zu dem Anschlag.
Ein Regierungsbeamter berichtete, zwei Selbstmordattentäter hätten sich während des Feierabendverkehrs in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Vorort Burdsch al-Baradschne in die Luft gesprengt. Ein Attentäter habe seinen Sprengsatz vor einer schiitischen Moschee gezündet, der Zweite in einer Bäckerei. Die beiden Tatorte lagen weniger als 50 Meter auseinander.
Ein dritter Selbstmordattentäter sei tot mit abgerissenen Beinen gefunden worden, sagte der Beamte weiter. Er habe noch einen funktionstüchtigen Sprengstoffgürtel getragen. Wahrscheinlich sei er dem zweiten Attentäter zu nahe gekommen, als dieser zuschlug.
Ein dritter Attentäter?
Der Fernsehsender Al-Majadin berichtete ebenfalls von einem dritten Attentäter und zeigte Filmaufnahmen eines bärtigen jungen Mannes mit einem Sprengstoffgürtel. Der Hisbollah-Sender Al-Manar TV berichtete von zwei Explosionen, die im Abstand von sieben Minuten zu hören gewesen seien.
Soldaten und Hisbollah-Kämpfer riegelten den Tatort ab. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf und baten die Anwohner, in ihren Häusern zu bleiben, um die Rettungskräfte nicht zu behindern. Die Hisbollah rief die Menschen auf, alle Cafés in der Nähe zu verlassen und verdächtige Vorgänge zu melden.
Der IS erklärte über mit der Terrormiliz verbundene soziale Netzwerke, sie stehe hinter dem Anschlag, der mit einem präparierten Motorrad und von einem Kämpfer mit einem Sprengstoffgürtel ausgeführt worden sei. Von einem dritten Attentäter war nicht die Rede. Die Mitteilung konnte nicht unabhängig überprüft werden, ähnelte aber früheren Anschlagsbekenntnissen des IS.
Flucht vor den Kämpfen
Das Stadtviertel gilt als Hochburg der schiitischen Miliz Hisbollah, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Bürgerkrieg unterstützt. Beide bekämpfen in Syrien auch gegen den IS. Mehr als 1,1 Millionen Syrer sind vor den Kämpfen in den Libanon geflohen.
In dem Viertel hatte es bereits mehrmals Anschläge gegeben. Sunnitische Extremisten haben mit weiteren Attacken gedroht. Der Anschlag vom Donnerstag ist der zweite in Beirut, für den der IS die Verantwortung übernimmt. Vor knapp zwei Jahren hatte die Terrormiliz ein anderes Schiitenviertel in der Stadt angegriffen, wie die Gruppe Site Intelligence Group mitteilte, die Extremistenwebseiten beobachtet.
Zu Demaart









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