«Es war ein menschlicher Fehler,» sagt Luxair-Direktor Adrien Ney am Dienstagmorgen. Die Kopilotin wurde inzwischen vom Dienst befreit. Der Kapitän haben sich dafür exemplarisch verhalten, heißt es weiter.
Martin Isler führt das Airline-Geschäft. Er erklärt Details: «Kurz vor der Rotation wurde bereits der Fahrwerkshebel betätigt.» Das Flugzeug hatte also noch nicht abgehoben, als das Fahrwerk einfuhr. Mit Rotationsgeschwindigkeit kommt das Flugzeug sicher vom Boden weg. Das war in Saarbrücken nicht der Fall. Es fehlten noch drei Sekunden bis zur richtigen Geschwindigkeit.
Hoher Sachschaden
Die Maschine rutschte über die Piste. Durch die Reibungshitze kam es zur Rauchentwicklung, erklärt Pascal Kremer. Er ist ist bei der Luxair für die Sicherheit verantwortlich. Dank der schnellen Reaktion des Kapitän konnte Schlimmeres verhindert werden, heißt es. Er übernahm die Flugkontrolle und setzte die Maschine ohne Fahrwerk auf die Piste auf. Das Flugzeug vom Typ Q400 hatte keine technischen Probleme.
Das Flugzeug erlitt nach der Bruchlandung einen Millionen-Sachschaden. Der Rumpf wurde aufgerissen, ein Propeller zerstört und die Flügelaufhängung ist verbogen. Ob die Maschine überhaupt repariert werden soll, entscheidet die Fluggesellschaft im Dezember. Eine Reparatur wird laut Isler rund sechs Monate in Anspruch nehmen.
Pilot entschuldigt sich
Details zur Kopilotin gibt es am Dienstag nicht. Das wird alles intern geklärt, heißt es. Der Unfall tut ihr Leid, auch das sie nicht mehr fliegen darf, erklären die Luxair-Verantwortlichen vor der Presse
Flug LG 9562 mit 20 Passagieren hob am 30. September in Saarbrücken ab. Die Probellermaschine Q400 war auf dem Weg von Hamburg in Saarbrücken planmäßig zwischengelandet und sollte eigentlich weiter nach Luxemburg fliegen. Die Maschine beschleunigte, nahm an Fahrt auf und hob ab. Plötzlich wurde der Startvorgang abebrochen und der Pilot setzte das Flugzeug mit bereits eingefahrenem Fahrwerk auf der Piste auf. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon.
Startabbruch und Bruchlandung von #Luxair-Maschine heute morgen auf #Flughafen #Saarbrücken pic.twitter.com/4lsn25KE3C
— Peter Stefan Herbst (@PSHerbst) 30. September 2015
Technische Details kommen 2016
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig schickte wenig Stunden nach dem Vorfall Experten nach Saarbrücken. Das Flugzeug wurde in einem Hangar aufgebockt und untersucht. Details will die BFU erst 2016 veröffentlichen.
Am 6. November 2002 stürzte eine Fokker der Luxair im Landeanflug auf den Findel kurz vor der Landebahn ab. Damals starben 22 Menschen. Ein Passagier und der Kapitän überlebten schwer verletzt das Ungklück.
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