In der Nacht zum Montag brannte es in einem Einfamilienhaus in Münschecker. Die Ermittler schließen Brandstiftung nicht aus. Auf die Eingangstür des Hauses, in dem eine muslimische Familie wohnt, wurde ein Hakenkreuz gemalt.
Die Staatsanwalt ermittelt wegen des Verdachts einer fremdenfeindlichen Tat. RTL und das Tageblatt beklagten sich am Montag, die Medienarbeit sei von der Polizei vor Ort behindert worden. Auch dem Bürgermeister der Gemeinde wurde der Zugang zum Tatort verwehrt (Link).
In die Zentrale zitiert
Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, wurde am Dienstag der zuständige Leiter der Dienststelle Grevenmacher in die Polizeizentrale am Findel zitiert. Er musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Gegen zwei Polizisten des Bezirkskommissariats könnte der Vorfall in Münchecker Folgen haben. «Die haben offensichtlich über die Stränge geschlagen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Gast Gibéryen (ADR) nahm die Kritiken an der Polizeiarbeit in dem Dorf zum Anlass, um am Dienstag eine entsprechende Anfrage im Parlament zu stellen. Die Informationsfreudigkeit von Staatssekretärin Françine Closener (LSAP) war allerdings auch nicht viel größer als die der Polizei. Dass Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagabend eine gemeinsame Pressemitteilung herausgaben, wertete die frühere Journalisten vor den Abgeordneten gar als Ausdruck dafür, «dass man nichts verstecken will».
«Gewissen Spannung»
Es gebe «keine Instruktion, mit fremdenfeindlichen Affären anders umzugehen als mit anderen,» erklärt sie in ihrer Antwort. Zu den konkreten Kritiken der Journalisten, die sich über Behinderungen bei ihrer Arbeit beklagten, wollte sie sich nicht äussern.
Nach den blutigen Terroranschlägen in Paris stehe auch die luxemburgische Polizei unter einer «gewissen Spannung», gab Closener zu bedenken. Und eventuellen Übereifer solle man «vor diesem Hintergrund nicht zum Anlass nehmen, um auf die zu schlagen, die täglich für unsere Sicherheit sorgen.»
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