«Ich habe meinen Job bekommen, weil ich dafür qualifiziert bin, nicht weil meine Arbeitgeber mich von meinem Sport her gekannt haben»: diese Aussage der ehemaligen Triathletin Liz May umschreibt das Thema der Konferenz zur Promotion der dualen Karriere Sport und Schule am Freitag im Hotel Légère, organisiert im Rahmen der Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft.
Liz May hat während ihrer Profi-Karriere an der Universität Kopenhagen Rechtswissenschaften studiert und arbeitet nun beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Die zweimalige Olympia-Teilnehmerin hat es also geschafft in ihrem Sport und in ihrer Ausbildung ihr komplettes Potenzial zu realisieren. Das Beispiel beruht aber auf einer persönlichen Initiative, nicht auf einer nationalen Struktur, die talentierte Sportler in den Bereichen Sport und Ausbildung bestens orientiert.
Denkanstoß
Diese Konferenz sollte in Luxemburg einen Denkanstoss geben, vor allem für die Politik, in die Schaffung einer solchen Struktur zu investieren. Denn eine Investition in den Sport ist auch immer eine Investition in die Zukunft eines Landes.
«Wenn das Programm der dualen Karriere nicht richtig angewendet wird, verschwinden die Sportler», so die Aussage von Guy Taylor, Verantwortlicher des englischen Programms TASS (Talented Athlete Scholarschip Scheme), ein Programm, von der Regierung finanziell unterstützt, das eine Partnerschaft zwischen jungen Sportler, Verbänden und diversen Schulinfrastrukturen herstellen soll. Ziel ist es, «sein Potenzial in der Schule und in der sportlichen Leistung zu erreichen.» TASS gibt es seit 12 Jahren und wird auch von der nationalen, britischen Lotterie unterstützt.
Liz May wurde immer von ihren Eltern unterstützt, «sie haben aber drauf bestanden, dass ich studiere, aber haben nicht gepusht.» Der ehemaligen Triathletin wurde immer wieder gesagt: «Die Arbeitgeber werden sich um dich reißen, mit deinem Background als Sportlerin und mit deiner Ausbildung. Aber das war nicht der Fall. Ich war mir immer bewusst, dass Luxemburg für mich sorgen würde. Das ist schön zu wissen.»
May erwähnt aber auch, dass die Entscheidung zum Rechtsstudium darauf zurück zu führen ist, dass «ich nur für die Examen anwesend sein musste.» Ohne Sport wäre Liz May eventuell im medizinischen Bereich gelandet, wie sie dem «Tageblatt» verrät.
Mehr zu der Konferenz am Samstag in der Print-Ausgabe und im E-Paper.
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