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Belgien befürchtet Anschläge wie in Paris

Belgien befürchtet Anschläge wie in Paris
(Virginia Mayo)

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Bei der Anschlagsserie in Paris wurden vor einer Woche 130 Menschen getötet. Am Freitag sterben mindestens 22 Personen bei einem Anschlag in Mali. Nun steht Brüssel im Zentrum der Ereignisse: Unser +++Live-Ticker+++

19.35 Uhr Der flüchtige mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, hat nach Angaben einer Anwältin auf seiner Flucht nach Brüssel vermutlich eine Sprengstoffweste getragen. Er sei damit drei Mal von der Polizei kontrolliert worden, sagte die Anwältin Carine Couquelet, die einen der mutmaßlichen Fluchthelfer des Franzosen vertritt, am Samstag dem französischen Nachrichtensender LC1. Nach Angaben ihres Mandaten sei Abdeslam nach der Anschlagsserie mit 130 Toten «äußerst erregt» gewesen und habe möglicherweise sogar vorgehabt, «sich in die Luft zu sprengen». Couquelet vertritt den Verdächtigen Hamza Attou, einen Freund von Abdeslam aus dem Brüsseler Problemviertel Molenbeek. Attou und ein weiterer Freund, Mohammed Amri, sollen den flüchtigen Abdeslam nach den Anschlägen mit dem Auto aus Paris abgeholt und nach Brüssel gebracht haben. Sie wurden am Samstag vergangener Woche in Molenbeek festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Am Montag wurde ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet.

18.30 Uh In einem neuen Video droht ISIS damit, den Eifelturm zu zerstören.

16.35 Uhr In Luxemburg-Stadt wird nach einem verdächtigen Gegenstand gesucht. Mehrere Straßen um die rue Notre-Dame und rue Chimay sind abgeriegelt.

15.50 Uhr Die französischen Behörden haben sieben von acht Personen freigelassen, die bei der tödlichen Razzia im Pariser Vorort Saint-Denis festgenommen wurden. Die achte Person bleibe in Gewahrsam, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Agnes Thibault-Lecuivre, am Samstag mit. Der Verdächtige kann gemäß den französischen Anti-Terror-Gesetzen insgesamt bis zu sechs Tage ohne Anklage festgehalten werden.

14.15 Uhr In einer am Freitagabend einstimmig in New York verabschiedeten Resolution des UN-Sicherheitsrats heißt es, «alle Staaten, die die Möglichkeiten dazu haben, sollen in Übereinstimmung mit den Völker- und den Menschenrechten ihre Maßnahmen verstärken und koordinieren, um Terrorakte des IS zu unterbinden». Alle Mitgliedsstaaten sollten zudem die Finanzströme der Terrormiliz blockieren und ausländische Islamisten nicht nach Syrien gelangen lassen. Frankreich hatte den Entwurf eingebracht.

13.25 Uhr In Brüssel kommt das öffentliche Leben mehr und mehr zum Erliegen. Öffentliche Gebäude, Einkaufszentren und Märkte sollten geschlossen und Sportereignise abgesagt werden, sagte der Ministerpräsident der Brüsseler Hauptstadtregion, Rudi Vervoort, am Samstag in Brüssel. In der Brüsseler Innenstadt ließen viele große Geschäfte am Mittag die Rollläden herunter, die Einkaufsstraßen leerten sich.

Die U-Bahn fährt bereits seit dem frühen Morgen nicht mehr und wird bis Sonntagnachmittag 15.00 Uhr stillstehen. Das teilte der Verkehrsbetreiber Stib auf seiner Webseite mit und sprach von einer «Vorsichtsmaßnahme». Vervoort sagte: «Ein Risiko von Null gibt es nicht, aber wir können alles tun, was in unserer Macht steht, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.»

13.18 Uhr Das Demonstrationsverbot in Paris ist bis Ende November verlängert worden. Das teilte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt am Samstag mit. Die Anordnung für den Großraum Paris auf Basis des von Präsident François Hollande verhängten Ausnahmezustandes gilt den Angaben zufolge nun bis zum 30. November um Mitternacht.

13.15 Uhr Nach Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe sind alle für dieses Wochenende angesetzten Fußball-Spiele in der Hauptstadtregion Brüssel abgesagt worden. Dies habe das Provinzkomitee Brabant am Samstag entschieden, teilte der belgische Fußball-Verband KBVB am Samstagmittag mit. Betroffen ist auch das Erstliga-Topspiel zwischen dem KSC Lokeren und dem RSC Anderlecht. Grund für die Absage sei, «dass die Sicherheit nicht garantiert werden kann», heißt es auf der Homepage des gastgebenden Vereins.

12.10 Uhr Es bestehe keine direkte Gefahr für Anschläge in Luxemburg, so Verteidigungsminister Etienne Schneider im Background-Gespräch auf RTL. Schneider habe sich noch am Samstagmorgen ausführlich über die Lage informieren lassen. Brüssel liege zwar nahe, aber das darf uns in Luxemburg nicht verunsichern. «Wir dürfen nicht in Hysterie fallen», so der Verteidigungsminister (Link).

11.35 Uhr Brüssel ist nach Einschätzung der belgischen Regierung stark gefährdet, Ziel eines Terrorangriffs zu werden. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel sagte am Samstag, die Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe beruhe auf «ganz genauer Information über das Risiko eines Anschlags wie dem, der sich in Paris ereignet hatte». Die Befürchtung sei, dass «einige Personen mit Waffen und Sprengstoff einen Anschlag starten könnten (…) vielleicht sogar an verschiedenen Orten».

Michel fügte hinzu: «Wir bitten die Öffentlichkeit dringend, nicht in Panik auszubrechen, ruhig zu bleiben. Wir haben die Maßnahmen getroffen, die notwendig sind.» Der belgische Innenminister Jan Jambon sagte, die Lage sei ernst, aber unter Kontrolle.

11.03 Uhr Die belgische Regierung hat die Anhebung der Terrorwarnstufe am Samstag in Brüssel mit einer höheren Gefährdung begründet. «Wir haben ausreichende Informationen, um einschätzen zu können, dass die Gefahr eindeutig und unmittelbar ist», sagte Außenminister Didier Reynders am Samstag in Brüssel. Auch Innenminister Jan Jambon sagte: «Die Gefahr ist ausreichend stark, um die Terrorwarnstufe auf Niveau 4 anzuheben.» Details zu den Hintergründen nannten die Minister nicht.

In Brüssel kam am Vormittag der nationale Sicherheitsrat zu einer Krisensitzung zusammen. Dort sprachen sich Regierungsmitglieder mit Polizei und Sicherheitskräften über das weitere Vorgehen ab.

10.15 Uhr In der Türkei wurden bei einer Razzia in der Nähe von Antalya am Samstag drei Terrorverdächtige festgenommen worden. Dabei handele es sich um mutmaßliche Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Unter ihnen befinde sich auch ein 26-jähriger Belgier marokkanischer Abstammung, der verdächtigt werde, Gebiete von Paris erkundet zu haben, in denen sich die Anschläge ereignet hatten, berichtete die private Nachrichtenagentur Dogan. Die beiden anderen Verdächtigen seien Syrer, hieß es.

9.35 Uhr Mindestens 36 Tote bei schweren Beschüssen der russischen Luftwaffe in Deir Ezzor in Syrien. Unter den 36 Toten sind mindestens zehn Kinder. Russland hat seine Beschüsse verstärkt, nachdem bekannt war, dass eine Bombe die russische Airbus-Maschine über Ägypten zum Absturz gebracht hatte. Insgesamt soll Russland 70 Luftangriffe gefolgen haben.

8.30 Uhr Der Nachrichtensender Al-Dschasira verbreitete eine Aufnahme, in der sich die Dschihadistengruppe Al-Murabitun zu der Geiselnahme im Luxushoteol in Bamako bekannte. Sie hatte sich 2013 unter der Führung von Mokhtar Belmokhtar von der Al-Kaida abgespalten. In der Bekennerbotschaft hieß es, dass auch das mit Al-Kaida verbündete Sahara-Emirat an der Attacke beteiligt gewesen sei.

Während der französische Staatspräsident François Hollande die Gewalttat im Radisson Blu Hotel in Mali nicht in eine Verbindung mit dem Blutbad in Paris setzen wollte, sagte er Mali die weitere Unterstützung seines Landes zu. Terroristen wollten, dass ihre Brutalität überall zu spüren sei. Deshalb zeige Frankreich seinem Verbündeten Mali erneut seine Solidarität, sagte er.

8.05 Uhr Belgien hat für die Hauptstadt Brüssel die höchste Warnstufe ausgerufen (Link). Es bestehe eine «ernste und unmittelbare» Bedrohung, sagte ein Sprecher des Krisenzentrums der Regierung in der Nacht zum Samstag. Der Bevölkerung werde geraten, Orte zu meiden, an denen viele Menschen zusammenkämen, wie Einkaufszentren, Konzerte oder Bahnhöfe. Der Betrieb der U-Bahn wurde eingestellt. Auf Anordnung der Polizei würden die vier Linien der Hauptstadt bis Sonntag nicht fahren, teilte der Betreiber per Twitter mit. Zudem empfahl das Krisenzentrum, Fußballspiele der ersten und zweiten Liga zu verschieben.

Gründe für die neue Einschätzung der Bedrohungslage gab der Sprecher des Krisenzentrums nicht an. «Weitere Informationen können wir nicht geben», sagte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Für den Rest des Landes gilt Warnstufe drei von vier möglichen. Das bedeutet eine mögliche oder wahrscheinliche Bedrohung. Bislang wurden nur bestimmte Orte wie die US-Botschaft in Brüssel bei drei eingestuft. Soldaten patrouillierten am Samstag bereits vor den in Brüssel ansässigen Institutionen der EU. Auch die Nato hat ihren Hauptsitz in der belgischen Hauptstadt.

Was bisher geschah

Bei der Geiselnahme in einem Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind am Freitag mindestens 22 Menschen getötet worden. Spezialkräfte haben das Luxushotel erstürmt.

Die EU-Staaten wollen den Kampf gegen gewaltbereite Extremisten verstärken. Die EU-Innen- und Justizminister einigten sich bei einem Sondertreffen am Freitag auf ein «Antiterror»-Paket, das unter anderem dauerhafte Kontrollen auch für EU-Bürger an den Außengrenzen und einen besseren Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden vorsieht. Ein Vorschlag für einen eigenen EU-Geheimdienst fand aber keine Unterstützung.

Bei den Anschlägen von Paris hatten am vergangenen Freitag mehrere Gruppen von Attentätern in einem Konzertsaal, in Lokalen sowie in der Nähe des Fußballstadions Stade de France 130 Menschen getötet. Frankreich war bereits im Januar Ziel von Anschlägen geworden. Damals griffen Attentäter die französische Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt in Paris an. Insgesamt waren 17 Menschen von den Angreifern getötet worden.

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