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13 Quadratmeter für 2 Personen

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Am Dienstagabend stellten Corinne Cahen, François Bausch und Claude Meisch die provisorische Auffangstruktur für Flüchtlinge vor, die hinter dem Junglinster Lycée entstehen soll.

Rund 100 Leute hatten sich im «Centre Gaston Stein» in Junglinster eingefunden, um sich ein Bild der Auffangstruktur zu machen, die künftig 300 Flüchtlinge in 150 Wohneinheiten beherbergen soll.

Ein Hauptgebäude mit Speisesaal, Sanitäreinlagen, Unterrichtsräumen und Wohneinheiten sowie zwei Flügel mit weiteren Wohneinheiten werden auf einem 2 Hektar großen Grundstück errichtet, das dem Staat gehört. Die Gebäude sollen lediglich ein Stockwerk hoch sein. Das Areal soll durch einen Zaun «wie bei einer Gartenanlage» geschützt werden. Der sogenannte «Plan d’occupation du sol» wurde angenommen und hängt in der Junglinster Gemeinde aus. Bis zum 23. Dezember haben die Einwohner Zeit, ihn einzusehen. Bis zum 6. Januar 2015 können eventuelle Reklamationen schriftlich beim Schöffenrat eingereicht werden.

Keine offene Ablehnung

Auf Ablehnung stieß das Projekt am Dienstagabend bei der Informationsversammlung vorerst nicht. Einige der 100 Gäste meinten sogar, dass 13 Quadratmeter pro Wohneinheit für zwei Personen recht eng bemessen seien. Die Debatte wurde sachlich geführt, polemisiert wurde nicht.

Die Croix Rouge und der OLAI sollen sich um die Flüchtlinge kümmern, die ihrerseits bei der Instandhaltung des Geländes mitwirken. Aber auch die Rolle der vielen Freiwilligen sei wichtig, so die Regierungsvertreter am Dienstag. Sie würden helfen, die Integration der Neuankömmlinge zu vereinfachen. Kinder könnten durch ihre Mitgliedschaft in einem lokalen Verein zum Beispiel schneller einen Draht zu den Einwohnern finden.

Zudem sei auch die Betreuung der oft traumarisierten Flüchtlinge von großer Bedeutung. Sie werden an Ort und Stelle von spezialisiertem Personal betreut. Ein Lenkungsausschuss soll die Lage permanent im Auge behalten und etwaige Anpassungen anregen, erklärte Familienministerin Corinne Cahen. In diesem Zusammenhang wurde erneut auf die anstehende Chamber-Abstimmung hingewiesen, die ermöglichen soll, dass Flüchtlinge bereits nach sechs anstatt erst nach neun Monaten arbeiten dürfen.

Die Minister betonten mehrmals, dass die Auffangstruktur nur provisorisch sei. Sobald ihre Bewohner ihren Flüchtlingsstatut erhalten haben, sollen sie in anderen Gemeinden ein neues Zuhause finden. Demnach soll ihre Verweildauer in der Auffangstruktur nur von kurzer Dauer sein.

Zurzeit 249 Schüler aus Flüchtlingsfamilien

Was die Bildung betrifft, versuche man laut Claude Meisch die Jugendlichen möglichst im Junglinster Lycée unterzubringen. Die Grundschüler werden auf dem Gelände selbst unterrichtet. Für die Erwachsenen sind französische und luxemburgische Sprachkurse vorgesehen.

Zurzeit seien 98 Flüchtlingskinder in den Sekundarschulen und 151 in den Grundschulen des Landes eingeschrieben. Hinsichtlich dessen, dass wir jedes Jahr rund 2000 ausländliche Kinder erfolgreich in unseren Schulen integrieren, solle man jetzt nicht in Panik geraten, nur weil eine Handvoll dazu kämen, mahnt Minister Meisch. Jedes Jahr würden etwa 13.000 Ausländer sich in Luxemburg ansiedeln, ergänzte Corinne Cahen. Über die Aufnahmefähigkeit Luxemburgs wollten die Minister am Dienstag aber keine genaue Angaben machen.

Um die Integration zu vereinfachen, würde man das Personal in den Schulen zu gegebenem Zeitpunkt aufstocken und den Gemeinden mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, wurde am Dienstag weiterhin erklärt. Man habe zudem bereits drei weitere Kultur-Mediateure eingestellt, die Arabisch sprechen, womit man jetzt ein Team von 39 Personen habe, das die kulturelle Integration begleitet und fördert.

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