Der 62-Jährige kam am Samstag nach zwei Tagen wieder auf freien Fuß. Die Schweizer Polizei hatte den Politiker zusammen mit drei Slowaken in einer Bank in Zürich aufgegriffen. Dabei gehe es um ein mutmaßliches Vermögensdelikt, teilte eine Sprecherin mit. EU-Parlamentarier genießen in der Schweiz keine Immunität.
Ransdorf, der seit 2004 für die kommunistische Partei KSCM im Europaparlament sitzt, versuchte die Vorwürfe am Sonntag zu entkräften. Er habe im Auftrag eines Bankkunden mit den Initialen «V. H.» gehandelt, dessen Vollmacht er vorgelegt habe. Die Bankangestellten hätten eine Fälschung vermutet und die Polizei gerufen, ohne mit ihm zu verhandeln. Dass die Vollmacht gefälscht sein könnte, wies Ransdorf in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Er habe ein reines Gewissen.
Schulden
Nach Darstellung des slowakischen Innenministers Robert Kalinak versuchte die Vierergruppe, die Auszahlung von mehreren Hundert Millionen Euro zu veranlassen. «Die Bank stellte fest, dass die Ausweise nicht der Wirklichkeit entsprachen, und rief die Polizei», sagte Kalinak der Agentur CTK zufolge. Zwei der Verdächtigen seien wegen Betrugs- und Steuerdelikten vorbestraft.
Der Vorsitzende der tschechischen Kommunisten (KSCM), Vojtech Filip, verlangte von Ransdorf eine Erklärung. «Er hat dort keine Parteiaufgabe erfüllt», betonte er im Sender CT. Ransdorf war schon wiederholt wegen Schulden in die Schlagzeilen geraten.
Zu Demaart
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