Nach dem Rekordergebnis bei den französischen Regionalwahlen kann sich der rechtsextreme Front National (FN) gute Chancen ausrechnen, in der zweiten Runde am kommenden Sonntag erstmals die Macht auf regionaler Ebene zu erobern.
In der Region Nord-Pas-de-Calais will Parteichefin Marine Le Pen den Sieg holen. Dort haben die Zustände in den Flüchtlingslagern am Kanaltunnel immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Die Sozialisten wollen das verhindern und kündigten an, ihre Kandidaten in FN-Hochburgen abzuziehen, um den Weg freizumachen für Kandidaten der konservativen Partei Sarkozys.
Junge und Gutsituierte
Noch vor wenigen Jahren durfte man sich den FN-Wähler als älteren Menschen vom Land vorstellen. Wie der «Tages Anzeiger» schreibt, holt die Partei inzwischen Stimmen bei Jungwählern und Gutsituierten. Nach einer Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts Ipsos gaben 35 Prozent (Link) der 18- bis 24-Jährigen kurz vor dem Wahlgang an, den Front National wählen zu wollen.
Doch Frankreichs Rechte erreichen mit ihrem Programm nicht nur neue Altersgruppen, sondern etablieren sich auch in einem gut situierten, burgeoisen Milieu. So stimmten bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen etwa 20 Prozent der Firmenchefs für Marine Le Pen. In Neuilly-Seine, einer der reichsten Kommunen Frankreichs, machte ihre Partei bei verschiedenen Wahlen zwischen 2013 und 2014 31 Prozent gut.
Der jüngste Urnengang ist soziologisch zwar noch nicht ausgewertet, es deute jedoch alles darauf hin, dass der Front National immer mehr Angehörigen unterschiedlichster sozialer Schichten zusagt.
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