Sonntag25. Januar 2026

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Talentschmiede mit Mäzenatentum

Talentschmiede mit Mäzenatentum

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Das „Casino – Forum d’art contemporain“ erfindet sich neu. Ab Ende März wird es ein Café geben, die Ausstellungsfläche wird überarbeitet und selbstverständlich gibt es ein Programm in der Zeit und danach.

„Wir wollten nicht inaktiv bleiben“, sagt Kevin Muhlen, der Direktor der Kunsthalle. Inaktiv sind sie auch nicht. Das, was stattfindet, wird ausgelagert oder geht ins Infolab, den multifunktionalen Raum mit Bibliothek im Erdgeschoss. Im oberen Stockwerk werden im Zuge des „Liftings“ die „Cubes“ entfernt, was eine große zusammenhängende Ausstellungsfläche entstehen lässt. Das eröffnet andere Möglichkeiten.

Genutzt werden sie ab Ende März 2016 von der spanischen Künstlerin Lara Almarcegui, deren großformatige Projekte viel Raum benötigen. Besser kann man eine neue Ausstellungsfläche nicht einweihen. Denn: Lara Almarcegui beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Verhältnis von urbaner Regeneration und Verfall. Von Verfall kann nach 20 Jahren im Casino keine Rede sein, aber ein neues „Outfit“ wird dem Haus eine neue Dynamik geben, das sich damit auch auf seine Wurzeln zurückbesinnt.

Tummelplatz des Bürgertums

1880, bei seiner Entstehung, war das Casino ein Tummelplatz des Bürgertums, so wie die Eisenbahner ihren im Casino in Bonneweg haben. Man kam zusammen, aß und trank, tauschte sich aus. Kox stellt sie in eine Reihe mit den britischen „Private Clubs“. „Der Begriff Casino stammt aus dem Militär“, sagt Kox, „dort war es allerdings eine Kantine“.

Das neue Café, das im Erdgeschoss im Zuge der Renovierungsarbeiten entstehen wird, knüpft an diese Tradition an. Die schönen Stuckdecken und -wände aus der Belle Epoque fordern eine neue Verwendung und erhalten über ein Werk von Claudia Passeri die künstlerische Anbindung an den Rest des Hauses.

Experimentellere Positionen fördern

Zurück zum „Interimsprogramm“: Ab Ende Januar stellen die Absolventen der „Haute école des arts du Rhin“ unter dem Titel „So Far“ ihre Abschlussarbeiten im „Konschthaus Beim Engel“ aus. Auch die „Mardis de l’art“ gehen weiter.

Das Anliegen des Casinos wird trotz aller Neuerungen bleiben. „Wir wollen junge Künstler, experimentellere Positionen fördern“, sagt Muhlen. Als Talentschmiede sieht er das Casino einerseits schon, verweist aber andererseits darauf, dass auch bereits etabliertere junge Künstler dort ausstellen. Zur ersten Kategorie gehört sicherlich Rachel Maclean, die derzeit ihre Videoinstallationen unter dem Titel „Ok, You’ve Had Your Fun“ ausstellt. Zur zweiten gehört Lara Almarcegui, die bereits anlässlich der Biennale 2013 in Venedig für Spanien antrat. Damit ist auch die Abgrenzung zum Mudam definiert, mit dessen räumlichen Möglichkeiten man im Casino ehedem nicht konkurrieren kann. Braucht die Kunsthalle auch nicht.