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«Es geht um Liebe – die tiefe Liebe zum Land»

«Es geht um Liebe – die tiefe Liebe zum Land»
(AFP/Anne-christine Poujoulat)

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Die erzkonservative US-Politikerin Sarah Palin hat ihre Sympathien für den Nachwuchsstar der rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich bekundet

Die Ex-Gouverneurin von Alaska und frühere Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner bekannte sich auf der konservativen Nachrichten-Website «Breitbart» zu «politischen Schwärmereien» für Marion Maréchal-Le Pen, die 26-jährige Nichte von Parteichefin Marine Le Pen. Die Jungpolitikerin erinnere sie an die französische Nationalheilige Jeanne d’Arc. An Maréchal-Le Pen imponiere ihr das Eintreten gegen das Establishment und ihr «frommer katholischer Glaube», schrieb Palin.

«Wenn Marion Maréchal-Le Pen über die 16 Jahrhunderte jüdisch-christlicher Geschichte und jüdisch-christlichen Erbes in Frankreich spricht, geht es in ihrer Rhetorik nicht um Hass oder Fremdenfeindlichkeit. Es geht um Liebe – die tiefe Liebe zum Land, die wir Patriotismus nennen.» Palin zog in ihrem Beitrag Parallelen zwischen der FN und republikanischen Präsidentschaftsbewerbern wie Donald Trump und Ted Cruz: «Nennt es den Aufstieg der Populisten.» Maréchal-Le Pen war 2012 mit nur 22 Jahren als jüngste Abgeordnete in die französische Nationalversammlung eingezogen. Beim zweiten Durchgang der französischen Regionalwahlen unterlag die Enkelin von Parteigründer Jean-Marie Le Pen am Sonntag in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ihrem konservativen Kontrahenten.

Tea-Party

Die FN konnte sich am Ende in keiner der Regionen durchsetzen, in denen sie im ersten Wahlgang noch stärkste Kraft geworden war. Palin ist eine der Galionsfiguren der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung in den USA. Seit der Niederlage an der Seite von John McCain bei den Präsidentschaftswahlen 2008 kandidierte sie nicht mehr für ein politisches Amt, meldet sich aber regelmäßig in konservativen Medien zu Wort.

Palins Vergleich zwischen Maréchal-Le Pen und Jeanne d’Arc passt zum Selbstbild der FN, deren Anhänger die Jungfrau von Orléans wegen ihres Widerstands gegen fremde Besatzer als Symbolfigur vereinnahmen. Der Legende nach überzeugte die von Engelsvisionen inspirierte Bauerntochter im 15. Jahrhundert den französischen Thronfolger Karl VII., die Engländer aus Frankreich zu vertreiben. Im Alter von 19 Jahren wurde sie als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen verbrannt, posthum rehabilitiert und später heiliggesprochen.

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