Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte am Donnerstag einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung», wonach die Hersteller in der EU laxe Vorschriften ausnutzen konnten, um für ihre Lampen bessere Energiewerte anzugeben. Der EU-Kommission sind diese Abweichungen seit 2011/2012 bekannt. Sie dulde keinen Betrug und habe bereits 2012 die Gesetzgebung geändert, betonte der Sprecher.
Die Kommission fand den Angaben des Sprechers zufolge 2011/2012 heraus, dass Leuchtenhersteller hohe Messtoleranzen bei den Verbrauchsangaben ausnutzten. Die «Süddeutsche Zeitung» zitierte den europäischen Umweltschutzdachverband EEB, dass Verbrauchern Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich entstünden, weil die Geräte mehr Strom verbrauchen, bis sie die auf der Verpackung angegebene Leistung auch bringen.
Skala
Hersteller von Leuchtmitteln müssen das Energielabel mit einer Effizienz auf einer Skala von A bis G angeben, die Leistung der Leuchte in Watt sowie ihre Helligkeit in Lumen. Diese Werte werden im Labor gemessen, und für jeden Wert gibt es Fehlertoleranzen. Die EU änderte das Gesetz für Energielabel bereits 2012, um zu hohe Toleranzen auszuschließen, wie der Sprecher der Kommission erklärte. Hersteller seien anschließend gezwungen gewesen, die ineffizientesten Lampen von C nach D umzudeklarieren.
«Heute informieren die Energielabel die Verbraucher korrekt.» Die Ökodesign-Richtlinie, nach der Watt- und Lumen-Angaben gemessen werden, solle im kommenden Jahr überarbeitet werden, erklärte der Kommissionssprecher. Die Vorbereitungen dafür hätten bereits begonnen, bald würden die ersten Vorschläge für eine Änderung präsentiert.
Laut Bericht der «Süddeutschen» existiert das Schlupfloch der hohen Messtoleranzen auch für rund 30 weitere Produktkategorien – wie Wasserboiler, Waschmaschinen, Kühlschränke, Klimaanlagen und Fernseher. Das offene Schlupfloch sei eine Einladung an die Hersteller, zitierte die Zeitung den Umweltschutzdachverband EEB (Link) .
Zu Demaart
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