Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian würdigte am Samstag die «Gelassenheit» der Soldaten und legte die Verantwortung für die Aufklärung des Angriffs in die Hände der Justiz. Der Mann war am Freitagnachmittag auf die Soldaten zugerast, die das Feuer eröffneten und ihn verletzten. Le Drian äußerte sich am Samstag in Jordaniens Hauptstadt Amman am Rande eines Truppenbesuchs in der Region. Er würdigte das Verhalten der Militärs und besonders des bei dem Einsatz verletzten Soldaten. Zu den Motiven und Umständen des Angriffs äußerte sich Le Drian nicht. Das herauszufinden sei Sache der Justiz. Bislang liegt der Fall bei der örtlichen Staatsanwaltschaft, nicht bei Anti-Terror-Ermittlern.
Bei dem Angriff in der Stadt im Südosten Frankreichs war der Autofahrer schwer verletzt worden, auch einer der vier Soldaten sowie ein Passant erlitten Verletzungen. Der Mann raste nach Angaben der Behörden auf die Soldaten zu, die auf einem Parkplatz vor der Moschee Wache standen. Sie riefen dem Mann eine Warnung zu, eröffneten jedoch nach eigener Aussage das Feuer, als er ein zweites Mal auf sie zufuhr. Dabei wurde der Angreifer an Arm und Bein getroffen und ins Krankenhaus gebracht, wo er operiert wurde. Die Verletzungen seien «schwer, aber nicht lebensbedrohlich», hieß es in einer Erklärung von Le Drian und Innenminister Bernard Cazeneuve.
Mann unbekannt
Ein Muslim, der durch eine verirrte Kugel am Bein verletzt wurde, wurde ebenfalls operiert, wie Bürgermeister Nicolas Daragon sagte. Ein Soldat wurde durch das Auto am Bein verletzt. Der Fahrer des Wagens soll ein Einzeltäter gewesen sein. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich um einen 29-jährigen Mann aus der Trabantenstadt Bron bei Lyon. Der Polizei war er demnach bislang nicht bekannt. Einer der Imame der Moschee, Abdallah Dliouah, sagte, der Mann habe «maghrebinische Wurzeln». Die Leitung der Moschee habe ihn nicht gekannt.
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag zwischen zwei Gebetsversammlungen. Laut Dliouah waren viele der rund 3000 Gläubigen zu dem Zeitpunkt vor dem Gotteshaus. Die Moschee habe nie Drohungen erhalten, sagte Dliouah. Aus der Präfektur Drôme hieß es, die Moschee sei normalerweise «sehr ruhig». Auch Bürgermeister Daragon sprach von einer «moderaten und ruhigen» Moschee. Der Zentralrat der Muslime Frankreichs (CFCM) verurteilte den «feigen» Angriff. Zugleich rief er zu Ruhe und Wachsamkeit auf. Die vor der Moschee wachenden Militärangehörigen sind Teil des Anti-Terror-Einsatzes «Operation Sentinelle», bei dem Bahnhöfe, Touristenattraktionen und andere exponierte Einrichtungen geschützt werden. Nach den islamistischen Anschlägen von Paris im November ist die Furcht vor neuen Angriffen in Frankreich hoch.
Zu Demaart
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