Freitag30. Januar 2026

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Hollande enthüllt Gedenktafeln

Hollande enthüllt Gedenktafeln
(Reuters/Benoit Tessier)

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Frankreich gedenkt des Angriffs auf "Charlie Hebdo" vor einem Jahr

Zum Jahrestag der Terrorangriffe auf «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt in Paris ehrt die Regierung die 17 Opfer. Präsident François Hollande und die Familien der Ermordeten versammelten sich am Dienstag am Redaktionsgebäude der Satirezeitschrift, das zwei Islamisten am 7. Januar 2015 angegriffen hatten. Dort erinnert künftig eine Tafel an die toten Journalisten.

Name falsch geschrieben
Ein peinlicher Fehler ist bei der Anfertigung der Gedenktafelunterlaufen: Der Name des bei der Attacke vor einem Jahr getöteten Karikaturisten Georges Wolinski wurde falsch geschrieben. Auf der Gedenktafel wurde der Zeichner fälschlicherweise «Wolinsky» mit y geschrieben.

Als der Patzer auffiel, wurde die kurz zuvor enthüllte Gedenktafel vorübergehend mit einem schwarzen Tuch bedeckt. Das Unternehmen, das den Namen falsch in die Gedenktafel eingravierte, sollte den Fehler rasch provisorisch korrigieren.
AFP

Bei zwei weiteren Attacken in den beiden Tagen danach waren eine Polizistin und vier Menschen in dem Markt für koschere Lebensmittel ermordet worden. Die insgesamt drei islamistischen Terroristen wurden getötet. «Charlie Hebdo» war schon lange zuvor wegen religionskritischer Karikaturen bedroht worden. Zum Jahrestag bringt die Zeitschrift eine Sonderausgabe mit einem weiteren kontroversen Titelbild heraus, das einen blutigen und bewaffneten Gott zeigt.

Kritik

Ingrid Brinsolaro, die Witwe eines bei dem Angriff auf «Charlie Hebdo» getöteten Wachmanns, sagte am Dienstag, sie verlange eine Untersuchung der Sicherheitsvorkehrungen an der Redaktion. Ihr Mann habe vor dem Angriff Lücken beklagt, die ihm seine Arbeit unmöglich gemacht hätten.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, er sei offen für die Idee. Gleichzeitig verteidigte er die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung. Die Behörden hätten 18 Netzwerke zur Rekrutierung von Dschihadisten gesprengt und Mitglieder von elf Gruppen mit Anschlagsplänen festgenommen. Seit dem Frühjahr 2015 seien sechs Angriffe verhindert worden.

Im November führten Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat jedoch eine verheerende Anschlagswelle gegen Bars, Restaurants, eine Konzerthalle und das Fußballstadion Stade de France. 130 Menschen wurden ermordet. Für die Gedenkfeiern am Dienstag wurden zusätzliche Sicherheitskräfte aufgeboten.