Die Natur schlägt Kapriolen. Erst war es zu warm, jetzt ist es zu kalt. Zumindest, was die Kraniche betrifft. Deren traditionelle Überwinterungsplätze sind Frankreich und Spanien. Im Frühjahr kehren sie von dort zurück. In diesem Jahr war alles anders. Sie blieben – vor allem im Norden Deutschlands – und müssen aber jetzt vor der Kälte fliehen.
Das erklärt auch, warum sie am Mittwoch über Luxemburg gesichtet wurden. „Kraniche im Januar über Luxemburg, das ist absolut unüblich“, sagt Elisabeth Kirsch, Biologin bei Natur & Umwelt. Dort gingen am gleichen Tag Meldungen aus Zolwer, Imbringen und Luxemburg-Stadt ein. Normalerweise dient das Großherzogtum lediglich als Rastplatz auf der langen Reise in den Süden. Diese beginnt im Spätherbst.
Reise verschoben – Winter zu warm
Wegen des milden Wetters im Dezember verharrten bislang mehr als 10.000 Kraniche in Deutschland, darunter im Großraum Berlin und in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen). Kleinere Trupps blieben auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Wegen des jüngsten Kälteeinbruchs haben sich in den vergangenen Tagen jedoch Hunderte Vögeln über Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg in Richtung Süd bis Südwest auf den Weg gemacht.
Der Kranich ist ein mit vielen Mythen behaftetes Trier. Die griechische ordnet den Kranich den Göttern Apollon, Demeter und Hermes zu. Er ist ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und gilt als „Vogel des Glücks“. In China steht er für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn.
Auch Wildgänse fliegen Richtung Niederlande
Auch Wildgänse weichen den kalten Temperaturen aus. Nordische Gänse wie Bless- und Saatgänse, die sich Mecklenburg-Vorpommern als Winterquartier ausgesucht hatten, ziehen bis Holland weiter, wie der Ornithologen berichten. Sie könnten 24 Stunden nonstop fliegen.
Zu Demaart
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