Freitag30. Januar 2026

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Belgien will Luxemburg aufklären

Belgien will Luxemburg aufklären
(Reuters/Francois Lenoir)

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Belgien hat Vertreter aus Luxemburg nach Brüssel eingeladen. Die Föderalregierung will über die Pannen in den Atomreaktoren Doel und Tihange aufklären.

Nach einer Pannenserie sind alle belgischen Atomreaktoren wieder in Betrieb. Mit dem Hochfahren des Atomreaktors Doel 3 waren am Mittwoch erstmals seit März 2014 alle sieben Reaktoren gleichzeitig am Netz.

Belgien hat jetzt eine Informationskampagne für die Nachbarländer gestartet. Am Montag und Dienstag lädt die föderale Atomaufsichtsbehörde «Fank» nach Brüssel ein. Sie will die Kollegen der Atomaufsichtsbehörden aus anderen Ländern über die Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 informieren, berichtet der Belgische Rundfunk.

Belgien blockte

Eingeladen sind Vertreter aus 15 Ländern, darunter Luxemburg. Am 18. Januar wird der belgische Innenminister Jan Jambon einen Vertreter aus Luxemburg in Brüssel empfangen. Staatssekretär Camille Gira fährt mit Vertretern aus der Opposition und Nichtregierungsorganisationen nach Brüssel.

«Wir versuchten bereits seit Monaten einen Termin zu bekommen. Damals aber nicht wegen der Pannen, sondern wegen des geplanten Hochfahren von Tihange. Wir wurden aber immer wieder abgeblockt», betont Gira am Donnerstag gegenüber Tageblatt.lu. Ein Termin war nach längerem hin und her für Dezember geplant, war aber wegen der aktuellen Terroranschläge abgesagt worden.

Zahlreiche Pannen

Luxemburg kommt zuerst dran, und das hat auch einen Grund: Das Land hatte schon vor zwei Jahren – auch wegen der Laufzeitverlängerung von Tihange 1 – Bedenken angemeldet, schreibt der Belgische Rundfunk weiter.

Die Pannenserie in belgischen Meilern hatte Besorgnis in Luxemburg, Niederlande und Deutschland ausgelöst. Doel 3 war am 25. Dezember vom Betreiber Electrabel nur vier Tage nach dem Wiederhochfahren wieder vom Netz genommen worden, da an einer Heißwasserleitung im konventionellen Teil des Kraftwerks ein Leck klaffte.

Neben der Anlage Doel steht auch die Anlage Tihange in der Kritik. Sie liegt etwa 90 Kilometer von Luxemburg . Das Parlament in Luxemburg soll sich mit den belgischen Atomkraftwerken beschäftigen. Die Oppositionspartei CSV fortert eine Aktualitätsstunde.