Erste verschmutzte Tiere wurden der Wasservogelpflegestation Mitte Oktober gemeldet. „Diese Tiere waren jedoch nur leicht verschmutzt. Sie konnten sie sich aus eigener Kraft reinigen“, erklärte ein Verantwortlicher der Wasservogelpflegestation gegenüber Tageblatt.lu. Zwischen dem 23. und dem 29 Dezember kam es zu weiteren Verschmutzungen.
Drei tote Schwäne
Drei Schwäne waren derart verschmutzt, daß sie an den Folgen starben. Sechs weitere Tiere wurden in einem sehr schlechten Zustand zur Wasservogelpflegestation gebracht.
„Bei den betroffenen Schwänen handelt es sich vornehmend um Jungtiere. Auf Grund des verschmutzten Federkleides putzen sich die Schwäne ohne Unterbrechung. Sie verreiben das Fett so ungewollt durch das ganze Gefieder. Das Fett lässt die Federn undicht werden. Aus Angst vor dem Ertrinken und dem Erfrieren verlassen die Tiere dann das Wasser. Einer der Schwäne wurde nach dem Verlassen des Wassers von einem Hund gerissen. Da die Tiere das Öl im Schnabel haben, bekommen sie zusätzlich starken Durchfall und nehmen in kürzester Zeit sehr viel ab, was sie erheblich schwächt. Die eingelieferten Schwäne wogen rund 3 kg. Ein gesunder Jungschwan wiegt zwischen 7 und 10 kg“, erläuterte der Verantwortliche der Wasservogelpflegestation.
Bratfett am Ufer
Augenzeugen entdeckten am 26. Dezember eine Lache Bratfett in der Nähe der Esplanade in Remich und verständigten die Polizei. Die Schwäne müssen durch diese Lache durchgeschwommen sein, um zu ihrem Liegeplatz zu gelangen. An dem besagten Liegeplatz leben rund 200 Gänse und Enten sowie 80 Schwäne. Dort wo die Öllache gesichtet wurde, ankern Schiffe und rund 30 Meter weiter mündet ein Oberflächenkanal, der Regenwasser in die Mosel leitet.
Da die Verschmutzungen eher sporadisch aufgetreten sind und nur eine geringe Zahl von Schwänen betroffen war, geht ein Zeuge davon aus, dass jemand das Bratfett Ende September, Anfang Oktober illegal in diesem Kanal entsorgt hat.
Der Bürgermeister von Remich, Henri Kox wusste auf Anfrage von Tageblatt.lu noch nichts von diesem Vorfall. Die Polizei bestätigte diesen Zwischenfall jedoch.
Die freiwillige Feuerwehr konnte das Bratfett mit Hilfe eines Bindemittels entsorgen. Ob Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen wurden, konnte die Pressestelle der Polizei nicht bestätigen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können