Das bretonische Institut Biotrial ist ein Testinstitut für Medikamente. Getestet wurde seit Anfang Januar ein von einem portugiesischen Unternehmen entwickeltes Schmerz-Medikament. Dafür waren 128 Testpersonen ausgewählt worden. 90 Personen erhielten das Medikament, der Rest erhielt Placebos.
«Von den Testpersonen erhielt eine Gruppe eine Dosis, eine andere Gruppe eine wiederholte Dosis. Die klinischen Versuche begannen am 7. Januar 2017. Am 10. Januar zeigten sich Nebenwirkungen bei einer Person aus der Gruppe, die mehrfach-Dosen bekommen,» sagte die französische Gesundheitsministerin Marysol Touraine, die sich nach Rennes begeben hatte, um die Familien der betroffenen Testpersonen zu treffen.
In Behandlung
Insgesamt sind derzeit im Universitätshospital in Rennes derzeit sechs Personen hospitalisiert. Eine Person liegt im Koma und gilt als Hirntod, erklärte der zuständige Chefarzt. Da das Schmerzmittel auf das zentrale Nervensystem wirkt, befinden sich alle sechs Personen in der neurologischen Klinik.
«Von den sechs Personen sind drei dermaßen betroffen, dass nicht auszuschließen ist dass möglicherweise Folgen zurückbleiben», erklärte der Arzt sehr vorsichtig. «Eine Person befindet sich im Frühstadium, eine weitere ist auf Verdacht aufgenommen worden», erklärte der Arzt. Die betroffenen Personen gehören zu einer Gruppe, die im Rahmen der Steigerung der Versuche die höchsten Dosen erhalten hatte. Das Medikament sollte gegen Angstzustände wirken. Die betroffenen Personen stammen aus den Regionen Bretagne und Mayenne.
In Frankreich beteiligen sich 600.000 bis 800.000 Menschen an klinischen Medikamentenversuchen. «Ein derartiger Unfall ist in meinem Ministerium nicht bekannt», sagte die Ministerin in einer Pressekonferenz in Rennes. Die Personen seien alle gesund gewesen, hätten einen langen Fragebogen ausgefüllt und seien zuvor untersucht worden. Die Versuchsreihe ist abgebrochen worden.
Zu Demaart
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