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«Mein soziales Medium ist mein Küchentisch»

«Mein soziales Medium ist mein Küchentisch»
(AP/Matt Sayles)

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Der deutsche Filmemacher Werner Herzog ist auf soziale Onlinemedien wie Facebook oder Twitter nicht gut zu sprechen.

«Was ist so beeindruckend an 100.000 Tweets, 100.000 Mal Dummheit in 140 Zeichen?», sagte Herzog am Montag beim Sundance Film Festival im US-Bundesstaat Utah. Nie habe er auch nur eine einzige Twitter-Botschaft interessant gefunden.

Herzog stellte auf dem Filmfestival seinen neuen Dokumentarfilm «Lo and Behold: Reveries of the Connected World» («Siehe da: Träumereien von der vernetzten Welt») über die Folgen des Internets für die Gesellschaft vor. Er hoffe, sein Film könne dazu beitragen, dass die Menschen über ihre Abhängigkeit vom Netz überdenken, sagte er.

«Ansturm von Dummheit»

«Das Internet ist ein Ereignis, das Science-Fiction-Autoren nicht vorausgesehen haben», sagte Herzog weiter. «Fliegende Autos und Siedlungen im Weltall – aber niemand hatte das Internet auf dem Radar.» Den Filmemacher stören an den sozialen Onlinemedien vor allem «dieser massive, nackte Ansturm von Dummheit».

Sein «soziales Netzwerk» sei der Küchentisch, erklärte er. «Meine Frau und ich kochen, und wir haben maximal vier Gäste, weil nicht mehr als sechs an den Tisch passen.»

Klaus Kinski

Werner Herzog ist einer der profiliertesten Regisseure seiner Generation. Mit Klaus Kinski drehte er in den 1970ern und 80ern mehrere Filme, darunter «Aguirre, der Zorn Gottes» und «Fitzcarraldo». Seine Fans verehren ihn aber auch für seine Dokumentationen wie etwa «Grizzly Man» und «Begegnungen am Ende der Welt».

Für seine Werke gewann Herzog zahlreiche Preise, darunter bei den Filmfestivals in Berlin, Cannes und Venedig. Er dreht häufig auf Englisch und lebt seit vielen Jahren in den USA.