Mit blutrünstigen Überlegungen hat Tschechiens Präsident Milos Zeman die politische Klasse des Landes gegen sich aufgebracht: Bei einer Debatte antwortete er am Montag auf die Frage, wie der einwanderungsfreundliche Regierungschef Bohuslav Sobotka zu Fall gebracht werden könne, «eine demokratische Möglichkeit wäre eine Neuwahl». Dann fügte er hinzu: «Eine undemokratische Möglichkeit wäre eine Kalaschnikow.»
Beide Politiker gehören der politischen Linken an und arbeiteten jahrelang zusammen. Im Verlauf der Flüchtlingskrise wurden sie allerdings zu Rivalen. Zeman lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen strikt ab, Sobotka hingegen zeigt sich offen. «Ich hoffe, dass er einen Witz gemacht hat, weil es widerlich ist», sagte der Chef der oppositionellen Kommunisten, Vojtech Filip, über Zemans Äußerung.
«Unwürdig»
Der Rechtspolitiker Petr Fiala kritisierte, die Einlassungen seien «eines Staatsoberhaupts unwürdig». Der christdemokratische Europaabgeordnete Pavel Svoboda veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst Twitter ein Foto von Rambo-Darsteller Sylvester Stalone mit einer Kalaschikow. «Wird der Präsident in der Lage sein, die Kalaschnikow selbst zu halten, oder jemanden anwerben?», schrieb er dazu.
Sobotka erklärte, er wolle nicht auf Zeman reagieren. Bei Twitter nannte er dessen Äußerung dennoch «dumm und unnötig». «Wir sind sehr wahrscheinlich das einzige Land der zivilisierten Welt, in dem der Präsident offen zur Ermordung des Ministerpräsidenten aufruft», schrieb er weiter.
Zu Demaart
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