Für die «Operation Anarchist» sei eine Abhörstation auf Zypern genutzt worden, berichtete der Entfüllungsplattform «The Intercept»am Freitag unter Berufung auf geheime Dokumente aus dem Bestand des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.
Dem Bericht zufolge gelang es den Geheimdiensten auch, Daten der israelischen Drohne Heron TP auszuwerten. Sie beziehen sich auf ein angeblich seit 1998 laufendes Projekt mit dem Codenamen «Anarchist» auf Zypern. Demnach konnten die westlichen Geheimdienste die von den Drohnen und anderen Flugzeugen übermittelten Bilder mit anschauen. Das Projekt habe sich vor allem auf Israel konzentriert, doch hätten sich die Spione auch in Systeme in Ägypten, der Türkei, Iran und Syrien eingehackt.
Im Cockpit
Laut «The Intercept» hatten die Geheimdienste damit auch «praktisch einen Sitz im Cockpit», wenn israelische Drohnen Stützpunkte von Extremisten angriffen. 2008 habe eine interne NSA-Schrift damit geprahlt, das «Anarchist» erfolgreich Videos aus dem Cockpit eines israelischen F-16-Kampfjets abgeschöpft habe.
Der israelische Minister Juval Steinitz sagte zu den Berichten: «Wir sind nicht überrascht; wir wissen, dass die Amerikaner in jedem Land der Welt spionieren und auch bei uns, bei ihren Freunden.» Dennoch sei Israel enttäuscht. Denn es habe selbst seit Jahrzehnten keine Spionage mehr in den USA betrieben, sagte Steinitz dem Militärrundfunk
Die geheime Operation belegt ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber Israel, die Enthüllung des Programms dürfte das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Tel Aviv weiter beschädigen, schreibt das Nachrichtemagazin «Der Spiegel».
Zu Demaart
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