Rund 700 Personen seien in die Organisationen in der Region Calais involviert gewesen, sagte
Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstag im Radiosender Europe 1.
In der Gegend kampieren rund 4000 Migranten unter schlechten Bedingungen in der Hoffnung, über den Ärmelkanal nach England zu einem besseren Leben zu gelangen. Das Flüchtlingslager auf einer Heidelandschaft neben dem Hafenzubringer entwickelt sich mehr und mehr zu einem Slum. Die dünnen Zelte sind vielfach Verschlägen und kleinen Hütten gewichen, auch alte Wohnwagen dienen als Unterkünfte.
Es hat sich eine florierende Schattenwirtschaft entwickelt. So gibt es eine regelrechte Ladenstraße mit Restaurants, Geschäften und sogar einem Friseur. «Das ist ein Elendsviertel, das ein mehr oder weniger normales Leben führt», sagt Christian Salomé von der Hilfsorganisation L’Auberge des Migrants.
Ziel Großbritannien
Nach massiver Kritik stockte die Pariser Regierung die humanitäre Hilfe auf. Vor kurzem entstand eine Containersiedlung, die 1500 Menschen eine warme Unterkunft bieten soll, finanziert mit Staats- und EU-Geldern. Schon länger gibt es ein Tageszentrum mit Duschen, wo einmal am Tag eine Mahlzeit ausgegeben wird.
Wer über die Autobahn zu den Kanalfähren von Calais fährt, fühlt sich wie in einem Hochsicherheitsbereich. Rechts und links stehen doppelte Zaunreihen mit Stacheldraht, um Migranten davon abzuhalten, den Verkehr zu stören und auf Lastwagen zu klettern. Die Transporter der Bereitschaftspolizei sind allgegenwärtig.
Die Behörden werben im Lager dafür, in Frankreich Asyl zu beantragen. Wer sich darauf einlässt, kann zweimal pro Woche Busse besteigen und wird in eine Unterkunft anderswo im Land gebracht. Aber die meisten suchen nach einem Weg, um illegal nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich bessere Chancen versprechen.
Lesen Sie auch:
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können