61 weitere wurden verletzt, als eine Autobombe im Regierungsviertel explodierte, wie Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus mitteilte. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte seine Reise zum EU-Gipfel in Brüssel ab, wo er über Maßnahmen in der Flüchtlingskrise beraten wollte. Luxemburgs Premier Xavier Bettel verurteilte den Anschlag und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid auf Twitter aus.
I strongly condemn the #attack in #Ankara and express my condolences to the families of the victims
— Bettel Xavier (@Xavier_Bettel) 17. Februar 2016
Laut dem Fernsehsender NTV ereignete sich die Explosion nahe einem Wohngebiet für ranghohe Militärs. Die Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu hören. Zahlreiche Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Über dem Anschlagsort, der nahe dem Sitz des Generalstabs und des Parlaments liegt, stieg dichter Rauch auf.
Tatort abgeriegelt
Der Tatort wurde von der Polizei abgeriegelt. Die Armee teilte mit, der Anschlag habe sich um 18.31 Uhr (Ortszeit; 17.31 Uhr MEZ) ereignet, als der Militärkonvoi an einer roten Ampel hielt. Wie ein AFP-Journalist berichtete, ereignete sich später eine zweite Explosion. Medienberichten zufolge wurde sie durch ein verdächtiges Paket ausgelöst.
Die Regierung werde alles zur Aufklärung des «feigen Anschlags» tun, versprach Kurtulmus. Die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) verurteilte die Tat. Ministerpräsident Davutoglu sagte seinen für den Abend geplanten Abflug nach Brüssel ab, wie sein Büro erklärte.
#ankara #cankaya #explosion pic.twitter.com/nblDUBycVT
— Hanli Sefer (@account121212) 17. Februar 2016
Präsident François Hollande verurteilt die Tat
Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte das «schändliche Attentat» und versicherte der Türkei seine Unterstützung. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Seit dem bislang blutigsten Anschlag in der Türkei, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet worden waren, gilt im Land die höchste Terrorwarnstufe. Die Behörden machten damals die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich.
Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Urlauber. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche mutmaßliche IS-Kämpfer fest, die Anschläge in Istanbul und Ankara geplant haben sollen.
Kampf gegen Terror
Im Südosten des Landes geht die Armee zudem mit aller Härte gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Die kurdischen Rebellen verüben immer wieder Anschläge auf die türkischen Sicherheitskräfte. Der jahrzehntelange Konflikt mit den Rebellen war im Sommer wieder eskaliert, nachdem der Friedensprozess mit der türkischen Regierung zusammengebrochen war.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Familien der Opfer des Bombenanschlags von Ankara Beileid ausgesprochen. «Die Türkei, deren lange Vergangenheit voller trauriger Erfahrungen ist, wird mit Gottes Hilfe auch über diese Angriffe hinwegkommen», hieß es in einer am Mittwoch auf der Website des Präsidialbüros verbreiteten Erklärung. Der Kampf gegen den Terror werde noch entschlossener weitergeführt. Die Türkei werde von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen, hieß es weiter.
Zu Demaart









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