Sonntag1. Februar 2026

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Sicherheitstechnik ist völlig veraltet

Sicherheitstechnik ist völlig veraltet
(Jean-Pierre Cour)

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Die Sicherheitstechnik im Atomkraftwerk Cattenom ist veraltet, auch Nachrüstungen machen die 30 Jahre alte Anlage nicht sicher.

Dies geht aus einem Gutachten im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, das der Trierische Volksfreund am Freitag veröffentlichte.

Fazit: Die Nachrüstungen in Cattenom nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima haben die Anlage in Teilen moderner, aber nicht sicherer gemacht. Noch immer liege das Sicherheitsniveau des Kernkraftwerks deutlich unter dem in Deutschland geltenden Standard.

Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) sagte gestern im Landtag, dass die Nachbesserungen nicht ausreichten, um Mängel zu beseitigen.

Schwachstellen auf 70 Seiten

Viele Sicherheitsvorkehrungen in Cattenom sind laut Mertins anders als in Deutschland nur einfach ausgelegt. Falle ein System aus, gebe es keine zusätzliche Sicherung mehr. Auf 70 Seiten listet der Fachmann für Reaktorsicherheit die zum Teil bekannten Schwachstellen auf: unzureichende Notstromversorgung, mangelnde Erdbebensicherheit, nicht ausreichender Hochwasserschutz, kein Schutz vor Flugzeugabstürzen.

Das Entscheidende sei, dass es bei einem Ausfall aller Sicherheitssysteme nur einen „bedingten Grundschutz“ gebe, um die nukleare Katastrophe zu verhindern. Der gravierendste Mangel sei, dass eine Kernschmelze in der Anlage nicht beherrschbar sei.

In Deutschland stillgelegt

„Cattenom ist so schlecht und gefährlich, stünde es auf unserer Seite der Grenze, es müsste nach dem Prinzip Gefahr im Verzug sofort stillgelegt werden“, sagt Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, dem Volksfreund. Er fordert, dass die Bundesregierung mit Frankreich Verhandlungen aufnimmt. Der französische Energiekonzern EDF hat mitgeteilt, dass Cattenom noch bis 2046 in Betrieb bleiben soll.