Außenminister Jean Asselborn hat die EU-Staaten in der Flüchtlingskrise aufgefordert, den Stau der Flüchtlinge im Norden Griechenlands aufzulösen. «Die Bilder von Idomeni sind schauderhaft», sagte Asselborn am Dienstag der Berliner Tageszeitung «Tagesspiegel».
Er kritisiert die weit gehene Schließzung der Grenzen auf der Balkanroute. «Es kann doch nicht der Wille einer Gruppe von Ländern sein, dies als Lösung zu betrachten,» so Asselborn im «Tagesspiegel» «Statt mazedonische Polizeikräfte zu verstärken, müsse die EU-Grenzschutzangentur Frontex besser ausgestattet werden,» fordert er.
Geeintes Auftreten
Der EU-Gipfel mit der Türkei am 7. März werde «keine große Wasserscheide» in der Flüchtlingskrise markieren, wird Asselborn zitiert. Die Kooperation zwischen Athen und Ankara in der Flüchtlingskrise sei wichtig. Er betonte allerdings auch, dass die Türkei nicht alle Probleme der EU in der Migration lösen könne. «Ein geeintes Auftreten der EU-Staaten sei jetzt wichtig,» sagt Asselborn.
Seit Tagen hängen tausende Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Flüchtlinge und Migranten versuchen trotz der geschlossenen Grenze im griechischen Idomeni nach Mazedonien zu gelangen. Mazedonische Beamte wehrten sie mit Tränengas und Blendgranaten ab.
Österreich wehrt Kritik ab, mit seinen Tageslimits für den Rückstau auf dem Balkan verantwortlich zu sein. Die Beschränkung der Zahl der täglich ankommenden Asylsuchenden in seinem Land sei «notwendig, und wir werden sie aufrechterhalten», sagte Österreichs Vizekanzler Reinhold Mitterlehner.
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