Sonntag1. Februar 2026

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Ein Trümmerteil, ein Verdacht

Ein Trümmerteil, ein Verdacht
(AFP/Blaine Gibson)

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Der Fund eines Flugzeugwrackteils an der Küste von Mosambik nährt neue Hoffnungen auf Hinweise zu der seit knapp zwei Jahren verschwundenen Passagiermaschine von Malaysia Airlines.

Nach Einschätzung von Experten und Politikern aus Australien, den USA und Malaysia stammt das Fundstück wahrscheinlich von einer Boeing 777. Bei der Malaysia-Airlines-Maschine, die vor knapp zwei Jahren mit 239 Menschen an Bord spurlos vom Radar verschwand, handelt es sich um die einzige vermisste Boeing 777.

Am Wochenende war das Trümmerteil an der Küste Mosambiks angeschwemmt und von einem Amerikaner entdeckt worden. Es wurde später als sogenanntes Höhenleitwerk identifiziert, eine horizontale Fläche am rechten Hecks eines Flugzeugs.

Auf Trümmersuche

Malaysias Verkehrsminister Liow Tiong Lai bestätigte den Fund am Donnerstag per Twitter. Auf Basis erster Berichte sei es «sehr wahrscheinlich», dass das Trümmerteil zu einer Boeing 777 gehöre. Die Ermittler hätten prognostiziert, dass die Trümmer der verschwundenen Maschine an den jetzt entdeckten Fundort gelangen würden. Zugleich warnte der Minister vor voreiligen Spekulationen, da sich daraus noch nicht folgern lasse, dass es von Flug MH370 stamme.

Lai sagte, die Behörden in Mosambik würden dabei helfen, die Fundgegend nach weiteren Trümmern zu durchforsten. Ein malaysisches Team mit Vertretern der zivilen Luftverkehrsbehörde, der Malaysia Airlines und Ermittlern werde nach Mosambik reisen. Dort befinde sich das Teil noch. Es sei unklar, wann es für Untersuchungen nach Australien geschickt werden könne.

Weitere Untersuchungen

Das Trümmerteil soll dort von Experten näher geprüft werden. Der australische Verkehrsminister Darren Chester bekräftigte, der Fundort passe mit dem Modell der Ermittler, wohin die Trümmer getrieben sein könnten, zusammen. Die australische Behörde für Verkehrssicherheit gab sich zunächst verhalten.

In Kooperation mit den Behörden in Mosambik und Malaysia werde der Fall untersucht, sagte Sprecher Dan O’Malley. Australische Beamte seien zudem in Kontakt mit dem Amerikaner Blaine G., der das Trümmerteil fand. Jetzt gelte es aber zu warten, bis das Trümmerstück untersucht sei, sagte O’Malley. «Wir werden keine Schlüsse aus dem Fotos ziehen.»

Eine Flügelklappe

Australien betreut die bisher erfolglose Suche nach Flug MH370. Die Maschine befand sich im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking, drehte aber offenbar ab und stürzte vermutlich in den Indischen Ozean.

Trotz intensiver Suche in einem weitläufigen Gebiet vor der Küste Westaustraliens gab es bislang nur eine bestätigte Spur: Im Juli 2015 wurde auf der Insel Réunion eine Flügelklappe gefunden, die einer Boeing 777 zugeordnet werden konnte.