Der Angriff von Extremisten auf eine Grenzstadt in Tunesien war der erste seiner Art – und zeigt dass die stärker werdenden Dschihadisten aus dem Nachbarland Libyen zu systematischen Attacken fähig sind.
Die «gewonnene Schlacht» mit Dutzenden Toten in der Stadt Ben Gardane nahe der Grenze zu Libyen zeige, dass es in Tunesien keinen Raum für die Errichtung eines «Staates» gebe, sagte er am Dienstag in Tunis.
Er spielte dabei auf die Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) an, der ein Kalifat in Syrien und im Irak mit «Provinzen» in anderen Ländern wie dem tunesischen Nachbarland Libyen ausgerufen hat.
7 Zivilisten umgekommen
Es wird angenommen, dass die Angreifer vom Montagmorgen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland eingefallen sind. 55 Menschen starben nach offiziellen Angaben – 36 Dschihadisten, 12 Sicherheitskräfte und 7 Zivilisten.
Der IS-Ableger mit mehreren Tausend Kämpfern im tief gespaltenen Libyen, in dem eine zuletzt gebildete Einheitsregierung noch immer nicht eingesetzt ist, wird seit Monaten immer mächtiger. Zuletzt bombardierten die USA ein Trainingscamp unweit der tunesischen Grenze. Es wird dem IS zugeordnet.
Geplante Militärintervention
Nach der bislang beispiellosen Attacke auf Ben Gardane berichteten die US-Zeitung «New York Times» und der britische «Guardian» über konkretere Pläne für eine schon länger im Raum stehende internationale Militärintervention in Libyen.
Dabei geht es um Luftschläge gegen IS-Ziele im Land und sogar eine Eingreiftruppe mit 5000 Soldaten unter Italienischer Führung. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hatte dies schon zuvor zurückgewiesen.
Nach Worten des tunesischen Ministerpräsidenten hatten die Angreifer am Montagmorgen an der Grenze drei Stützpunkte der Sicherheitskräfte angegriffen.
Sieben Festnahmen
Es folgten stundenlange Straßenkämpfe. Die «etwa 50 Terroristen waren in einer Moschee, bevor sie ihren Angriff begannen», so Essid. Während der Gefechte seien ein Lastwagen mit schweren Waffen und drei weitere Waffendepots beschlagnahmt worden.
Von den sieben Festgenommenen erhoffen sich die Ermittler wichtige Informationen zu der Tat. Unter den Angreifern seien auch Tunesier gewesen.
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