Das Zika-Virus kann einer Studie zufolge doch mehr Schaden anrichten als bisher gedacht. Rückenmarksentzündungen können durch das Zika-Virus ausgelöst werden. Ein solcher Zusammenhang wurde bei einer 15-jährigen Patientin im französischen Überseegebiet Guadeloupe in der Karibik hergestellt, wie die Forscherin Annie Lannuzel am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Das Virus wurde demnach im Rückmark der Jugendlichen nachgewiesen. Veröffentlicht wurde die Studie im britischen Fachmagazin «The Lancet».
Eingeliefert mit Lähmung
Die 15-Jährige wurde Mitte Januar in die Universitätsklinik der Stadt Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe mit einer halbseitigen Lähmung eingeliefert. Diagnostiziert wurde eine schwere Rückenmarksentzündung, die zu einer Lähmung der Gliedmaßen führen kann.
Als Auslöser wurde das Zika-Virus identifiziert. Andere mögliche Auslöser der seltenen Krankheit konnten durch Bluttests ausgeschlossen werden. Es handle sich um den ersten Beweis eines Zusammenhangs zwischen dem Zika-Virus und einer Rückenmarksentzündung, sagte Lannuzel, die für das französische Institut für Gesundheit und medizinische Forschung arbeitet.
Südamerika stark betroffen
In der vergangenen Woche hatten Wissenschaftler bereits einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und der Mikrozephalie, bei dem Babys mit einem zu kleinen Kopf und schweren Hirnschäden zur Welt kommen, und einer als Guillain-Barré-Syndrom bekannten Nervenerkrankung nachgewiesen.
Das unter anderem von der Ägyptischen Tigermücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Südamerika. Besonders betroffen ist Brasilien: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt.
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