Russland hat mit dem Teilabzug seiner Truppen aus Syrien begonnen und damit Hoffnungen auf eine politische Lösung des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs geweckt. Das russische Fernsehen zeigte am Dienstag eine Gruppe von Kampfflugzeugen, die dem Bericht zufolge von Syrien kommend auf einem Stützpunkt im Süden Russlands eintraf. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura bezeichnete den Beginn des Abzugs als Hoffnung für den Friedensprozess. Ein Sprecher der syrischen Opposition sagte, der Schritt könnte zu einem Ende des Kriegs führen.
De Mistura sprach von einer wichtigen Entwicklung. «Wir hoffen, dass sie einen positiven Einfluss auf die Verhandlungen in Genf hat, die auf eine politische Lösung für Syrien abzielen.» Russland ist der wichtigste Verbündete der Regierung in Damaskus.
Unklar war zunächst, was der russische Teilabzug für die Zukunft von Syriens Präsident Baschar al-Assad bedeutet. Seine Regierung wies Berichte zurück, denen zufolge Russland den Abzug seiner Streitkräfte nach Meinungsverschiedenheiten mit Syrien angeordnet habe. In Genf waren am Montag die Syrien-Gespräche unter UN-Vermittlung nach mehrwöchiger Pause wieder aufgenommen worden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mittwoch geplant.
Weitere Luftangriffe gegen IS angekündigt
Der Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees, eines von Saudi-Arabien unterstützten Oppositionsbündnisses, sagte in Genf, der russische Abzug könne den Weg zum Frieden ebnen. Und er könne dazu beitragen, dass Assads Herrschaft beendet werde, sagte Salim al-Muslat. Die Präsenz der russischen Truppen habe ihn an der Macht gehalten. Muslat erklärte zugleich die Bereitschaft der Opposition zu direkten Gesprächen mit Vertretern der syrischen Regierung. «Wir sind nicht gegen direkte Gespräche, aber de Mistura hat entschieden, mit indirekten Gesprächen zu beginnen.»
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Montag etwa fünf Monate nach dem Beginn der Luftangriffe in Syrien den Abzug des Hauptkontingents befohlen. Russische Einheiten blieben aber in der Marinebasis Tartus und im Luftwaffenstützpunkt Hmejmim bei Latakia stationiert. Auch die modernen Luftabwehrraketen vom Typ S-400 sollen in Syrien verbleiben.
Zudem kündigte der russische Vize-Verteidigungsminister Nikolai Pankow weitere Luftangriffe auf Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) an. Nach einem Bericht der Hisbolla-TV-Station al-Manar eroberte das syrische Militär am Dienstag mit russischer Luftunterstützung westlich der Oasenstadt Palmyra Gebiete vom IS zurück.
Zu Demaart
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