«Die Weiterbildung der Erwachsenen ist ein weltweites Phänomen geworden, das man nicht länger auf die nationalen Anforderungen beschränken kann.» So begann Yves Attou, der Vorsitzende des «Comité mondial pour les apprentissages tout au long de la vie» und Schirmherr des Jahrgangs seine Laudatio an die 56 Absolventen der Hochschulausbildung, die ihnen von der Arbeitgeberkammer ermöglicht wurde.
Das Buch
«Toute une vie pour apprendre» von Ben Fayot (Edition Chambre des Salariés) ist ein höchst aufschlussreicher Rückblick auf mehr als 100 Jahre Unterricht in Luxemburg. Im Buchhandel, 55 Euro.
Dabei legte er einen ganz besonderen Akzent auf die numerische Komponente der modernen Fortbildung. Digital wird der Zugang zum Wissen einfacher, stellt die Schüler und Lehrer aber vor neue Herausforderungen. Auch die klassische Schulerziehung von morgen wird sich ändern, sagte Attou mit dem Verweis auf die Schwierigkeiten, die Pisa- und andere Studien europaweit zutage gebracht haben.
Lebenslanges Lernen
Es müsse viel individueller an den Schüler angepasst werden. Dadurch wird Lebenslanges Lernen unerlässlich. Sonst verliert ein Diplom seinen Wert.
In Bezug auf die Finanzierung der Weiterbildung kam Attou zu dem gleichen Schluss wie die Luxemburger Initiatoren: Der moderne Staat finanziert weltweit die primäre Ausbildung der Kinder, nicht aber die Weiterbildung der Erwachsenen. Hier müssen andere Instanzen wie die Europäische Union und die UNESCO die Staffel übernehmen.
Bestandsaufnahme
Um auf die chaotische Entwicklung der beruflichen Weiterbildung aufmerksam zu machen, hat die Arbeitsnehmerkammer den Historiker Ben Fayot mit einer analytischen Bestandsaufnahme des hiesigen Erziehungswesens beauftragt. Über 350 Seiten nachvollzieht er die Entwicklung Luxemburgs vom bescheidenen Agrarstaat bis zur hochwertigen Finanzplattform und verweist auf eine Schulbildung, die den Anforderungen häufig hinterhinkte.
Erst in den 1970ger Jahren wurde erkannt, dass der klassische Unterricht nicht reicht und die berufstätigen Erwachsenen sich weiterbilden müssen, wenn sie in ihrem Beruf Schritt halten wollen. So kam es 1996 zu dem Weiterbildungsangebot der Arbeitnehmerkammer, das am Donnerstag seinen 20jährigen Erfolg feiern konnte.
Zu Demaart
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