Das Bild der indischen Flugbegleiterin Nidhi Chaphekar ging nach den Anschlägen von Brüssel um die Welt: Die Frau mit der zerfetzten gelben Uniformjacke, die nach den Explosionen im Flughafen Zaventem blutend und von Staub bedeckt auf einer Bank saß, ist inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung, wie die indische Fluggesellschaft Jet Airways am Freitag mitteilte.
Die 40-jährige Mutter zweier Kinder aus Mumbai liege aber noch im Krankenhaus. «Wir haben mit dem Arzt aus dem Krankenhaus gesprochen, in dem Jet-Airways-Crewmitglied Nidhi Chaphekar behandelt wird», erklärte die Fluggesellschaft in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.
Zustand stabil
Der Arzt habe bestätigt, «dass Nidhi sich in einem stabilen Zustand befindet und nicht im Koma liegt». Sie müsse sich aber noch ausruhen und werde mit beruhigenden Medikamenten behandelt.
Bei den Anschlägen im Flughafen Brüssel-Zaventem und in einer U-Bahnstation im Europaviertel waren am Dienstag 31 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.
Georgische Fotografin
Das Foto der völlig benommenen Chaphekar wurde nach den Anschlägen weltweit von Medien verbreitet und millionenfach in sozialen Netzwerken geteilt. Viele Internetnutzer kritisierten die Veröffentlichung als Eingriff in Chaphekars Privatsphäre.
Aufgenommen hat es die georgische Fotografin Ketevan Kardava. Sie war gemäss dem US-Magazin «Time» von Brüssel auf dem Weg nach Genf, um dort über Verhandlungen zwischen Russland und Georgien zu berichten, als sich die Selbstmordattentäter in die Luft sprengten.
Ihre Pflicht
«Türen und Fenster zerbarsten. Überall war Staub und Rauch», schilderte Kardava dem Magazin ihre Eindrücke. «Um mich herum sah ich Dutzende Menschen ohne Beine, die in ihrem Blut lagen.» Sie sei geschockt, aber auch überrascht gewesen, dass sie selber noch beide Beine hatte.
Nach der zweiten Explosion habe sie eigentlich wegrennen wollen, so Kardava. Doch der Impuls, Fotos zu machen, war stärker. Als Journalistin sei es ihre Pflicht gewesen, die Bilder zu schiessen, um der Welt zu zeigen, was passiert ist. Sie habe gewusst, dass sie die einzige Fotografin vor Ort war.
Lesen Sie auch:
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können