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Die Mitglieder und ein neuer Terrorplan

Die Mitglieder und ein neuer Terrorplan
(Reuters/Christian Hartmann)

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Die belgische Polizei hat am Freitag bei Razzien in drei Brüsseler Stadtteilen drei Verdächtige festgenommen. Sie planten offenbar neue Terrorattacken.

Sie hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht nur mutmaßlich Verbindungen zu den Anschlägen am Dienstag mit mehr als 30 Toten, sondern auch zu einem neuen Angriffsplan in Frankreich. Dessen mutmaßlicher Drahtzieher ging der französischen Polizei am Donnerstag im Großraum Paris ins Netz.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, die Anschlagsvorbereitungen seien bereits sehr weit gediehen.
Damit erhärtete sich in einem weiteren Fall der Verdacht, extremistische Zellen in Belgien und Frankreich planten gemeinsam Anschläge. Die Angriffe am Dienstag erfolgten nach der Festnahme eines mutmaßlichen Haupttäters der Pariser Anschläge vom 13. November mit 130 Toten, Salah Abdeslam, vor einer Woche in Brüssel. Für beide Anschläge hat die Terrormiliz Islamischer Staat die Verantwortung übernommen.

Razzien

Bei den Zugriffen am Freitag seien zwei der drei Verdächtigen mit Schüssen ins Bein verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Razzien fanden in den Vierteln Schaerbeek, Forest und St. Gilles statt. Der Bezirksbürgermeister von Schaerbeek, Bernard Clerfayt, sagte, die Razzien stünden im Zusammenhang mit der Festnahme eines französischen Terrorverdächtigen am Donnerstag bei Paris.

Bei dem in Argenteuil verhafteten Franzosen handele es sich um den 34-jährigen Reda Kriket, der nach Angaben aus Sicherheitskreisen wegen Terrorismus bereits einmal in Belgien verurteilt wurde und zudem 2015 wegen terroristischer Aktivitäten zusammen mit dem Anführer der Anschläge vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, in Abwesenheit verurteilt worden war. Abaaoud wurde bei einem Polizeieinsatz wenige Tage nach den Pariser Anschlägen getötet.

Unterstützung

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel sagte wegen der großen Operation der Sicherheitskräfte seine Teilnahme an einer Kranzniederlegung zu Ehren der mehr als 30 Opfer vom Dienstag mit US-Außenminister John Kerry am Flughafen ab.

Kerry hatte Michel bei einem Blitzbesuch die Unterstützung der USA versichert und enthüllt, dass auch mehrere FBI-Beamte bei den Terrorermittlungen mitwirkten. Kerry nahm die belgischen Behörden gegen Kritik in Schutz, zu lax mit der Terrorgefährdung umgegangen zu sein.

Atomkraftwerk

In einer Wohnung in Schaerbeek waren nach den Anschlägen vom Dienstag große Mengen Sprengstoff gefunden worden. Die Polizei vermutet, dass sie von den Selbstmordattentätern zur Vorbereitung ihrer Anschläge diente. Am Donnerstag waren bei Razzien dort und anderswo in Brüssel bereits sechs Terrorverdächtige festgenommen worden, von denen am Freitag noch drei in Gewahrsam waren.

In Belgien wurde nach den den Anschlägen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen, die mittlerweile wieder gesenkt wurde. Davon sind auch die Atomkraftwerke des Landes betroffen. Die belgische Atomaufsicht entzog mehreren Mitarbeitern von Atomkraftwerken ihre Zutrittskarten, bestätigte eine Behördensprecherin. Diese Entscheidung sei jedoch nicht zwangsläufig in Verbindung mit den Terroranschlägen vom Dienstag in Brüssel zu sehen.

Belgische Medien hatten berichtet, die Brüsseler Selbstmordattentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui hätten Videos vom Haus eines führenden Mitarbeiters der Atommüllanlage Mol in Flandern besessen.

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