Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Falsche Hoffnungen an der Grenze

Falsche Hoffnungen an der Grenze

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Nach Gerüchten über die bevorstehende Öffnung der griechischen Grenze zu Mazedonien sind dutzende Flüchtlinge zum Grenzübergang Idomeni zurückgekehrt.

Hoffnungsvolle Flüchtlinge versammelten sich am Sonntagmorgen auf der Bahnstrecke zur Grenze, während griechische Polizisten Wache standen. Flüchtlinge sagten, sie hätten gehört, dass internationale Journalisten und Mitarbeiter des Roten Kreuzes ihnen helfen würden, die Grenze zu durchbrechen.

«Wir haben heute gehört, dass die Grenze geöffnet wird, und sind hierher gekommen, um die Grenze zu überqueren», sagte ein junger Syrer der Athener Nachrichtenagentur. «Sie sagten uns, dass das Rote Kreuz und 500 Journalisten aus aller Welt mit uns sein würden.» Ein anderer junger Syrer sagte, seine Schwester in Deutschland habe dasselbe im Internet gelesen und ihn alarmiert.

«Falsche Hoffnungen»

Ein Sprecher der griechischen Behörde, die den Hilfseinsatz in der Flüchtlingskrise koordiniert, sagte, einige Menschen würden aus unbekannten Gründen «falsche Hoffnungen» wecken. Es harrten zuletzt noch etwa 11.600 Flüchtlinge in dem provisorischen Lager in Idomeni aus, nachdem vor einigen Wochen die Länder entlang der Balkanroute ihre Grenzen dichtgemacht hatten. Griechenland bemüht sich, die Flüchtlinge zu überreden, in offizielle Lager umzusiedeln.

Am Freitag und Samstag wurden 600 Flüchtlinge mit Bussen in Lager gebracht. Besonders Kinder und Frauen halten die Zustände in Idomeni nicht länger aus, wo sie gezwungen sind, trotz Regen und Kälte in kleinen Zelten oder im Freien zu übernachten. Andere haben dagegen noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben, über die Grenze weiter nach Norden zu gelangen.

Neue Routen nach Italien

Nach Schließung der Balkanroute für Flüchtlinge bereiten Schlepper nach einem Zeitungsbericht neue Routen über das Mittelmeer nach Italien vor. Wie Recherchen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS.) ergaben, soll das Geschäft in der ersten Aprilwoche in großem Stil beginnen. Ausgangspunkte für Überfahrten mit Fischkuttern und kleinen Handelsschiffen sollen der türkische Badeort Antalya, die türkische Stadt Mersin nahe der syrischen Grenze und die griechische Hauptstadt Athen sein.

Die Flüchtlinge würden angewiesen, unter Deck zu bleiben, bis die Schiffe internationale Gewässer erreichten, heißt es unter Berufung auf Schleuser, deren Handynummern bei Facebook stünden. Eine Fahrt koste zwischen 3000 und 5000 Euro. Manche Schlepper wollten zwei Fahrten wöchentlich anbieten, einer habe vor, bis zu 200 Personen in ein Schiff zu zwängen. Die Fahrt sei deutlich teurer, als von der Türkei aus auf die griechischen Inseln in der Ägäis überzusetzen. Aber wer jetzt noch auf den griechischen Inseln ankommt, wird wieder in die Türkei zurückgeschickt. Die Nachfrage nach neuen Routen steige seit Wochen, heißt es.

Lesen Sie auch:

Hunderte Flüchtlinge verlassen Idomeni